Komm’ macht es noch einmal…

Oh glorreiche Borussia
Die Macht vom Niederrhein
So war’s in alten Tagen
Und wird es immer sein
Fünfmal Deutscher Meister
Und dreimal den Pokal
Wir schreien euch nach vorne
Komm‘ macht es noch einmal
Allez Allez Allez…

Seit Samstag hat die Melodie, die spätestens aus der vergangenen Champions League-Saison durch die Fans des Liverpool FC bekannt sein dürfte, also auch in der Nordkurve Mönchengladbach Einzug gehalten. Ab der zweiten Halbzeit knallte der Rhythmus, der mittlerweile auch auf Mallorca im Bierkönig zu hören ist, in Block 16 und drum herum ganz ordentlich!
„Komm‘ macht es noch einmal“ – diese Zeile schießt einem beim Blick auf den Tabellenstand nun fast schon automatisch in den Sinn. Nach dem Spiel gegen Schalke machte sich noch die große Ernüchterung auf Seiten der Borussia breit. Diese Ernüchterung scheint nach dem Sieg gegen Mainz und den verbliebenen zwei Punkten Rückstand auf den Tabellenführer aus Österreich erstmal verflogen zu sein.


Trotz einiger Fragezeichen, die sich aufgrund von Sperren und Verletzungen vor allem in der Abwehrreihe Borussias ergaben, machte sich bereits vor dem Spiel vorsichtiger Optmismus in den Reihen der Festung breit.
Das lag vielleicht auch daran, dass neben Fabian Johnson, der für den gesperrten Stefan Lainer in die Startelf rückte, auch Denno sein Comeback im Borussia-Park feierte! Willkommen zurück! 😉


Nach zwölf gespielten Minuten sah die Welt am Samstag Nachmittag im Borussia-Park dann aber plötzlich nicht mehr so positiv aus. Quaison brachte die Gäste nach einer Vorlage der Marke „Hoch und weit – Lüdenscheid“ in Führung und ließ eben jenen Fabian Johnson nicht gut aussehen. Generell präsentierte sich Borussias neu formierte Abwehrkette in den ersten zwanzig Minuten eher unsicher. Die Reaktion, die die Mannschaft auf diese unglückliche Anfangsphase zeigte, war allerdings bemerkenswert.


Die Stärke der Mannschaft bei Standardsituationen war dabei gleich zweimal von Vorteil. Nicht nur beim Ausgleich in der 26.Minute, sondern auch beim Führungstor in der 76. stand Alassane Pléa nach einem Freistoß völlig allein gelassen von der überrumpelten Mainzer Defensive vor dem Kasten. Das ist zweifelsfrei eine unterschätzte Qualität der Mannschaft diese Saison, die (wie am Samstag) spielentscheidend sein kann.
Die Leistung der Mannschaft ist allerdings nicht nur auf die Standards zu reduzieren. Vor dem erlösenden Führungstreffer hatte Borussia einige Chancen in Führung zu gehen, doch scheiterte an der Mainzer Defensive oder an sich selbst. Auch der wiederum einmal mehr starke Rückhalt Yann Sommer, der sowohl vor dem 2:1 als auch danach (gleich doppelt) für Borussia in höchster Not entschärfen konnte, muss an dieser Stelle erwähnt werden.
Das eigentliche Highlight des Tages blieb dann aber Florian Neuhaus vorbehalten. Für eine starke Balleroberung in der Mainzer Vorwärtsbewegung, belohnte er sich mit einem Abschluss aus 39 Metern, den man sicherlich in der Kategorie „Tor des Monats” in der Sportschau noch einmal bewundern kann.

Anders als Florian Neuhaus konnte die Nordkurve hingegen kaum für echte Highlights sorgen. Bei einer insgesamt eher unterdurchschnittlichen Stimmung, wusste einzig oben genanntes Lied während und nach dem Spiel zu überzeugen.
Den Gästeblock, der das Spiel noch mit einer ansehnlichen Choreo eingeleitet hatte, konnte man kaum mal ordentlich vernehmen. Stimmungstechnisch also eher ein mauer Auftakt ins neue Fußballjahr im Borussia-Park. Beim Blick auf die Stimmung der vergangenen Spiele, verwundert einen das aber leider nicht.

Glücklicherweise ändert das nichts am verdienten Heimsieg der Borussia gegen einen über weite Phasen gut organisierten Gegner. Sicherlich ein Erfolg, der eher in die Kategorie „Arbeitssieg“ einzuordnen ist. Gut möglich ist aber, dass wir in den nächsten Wochen als „Gejagter” noch mehr solcher Siege brauchen werden. Gerade bei den im Februar anstehenden Auswärtsspielen in Düsseldorf oder Augsburg, wird es die Mannschaft erneut mit unangenehm zu bespielenden Teams zu tun bekommen. Hinzu kommt mit dem Derby ein Spiel, in dem alles möglich ist und bei dem jedem Borussen auch von vorn herein klar sein sollte, worum es geht! Mit viel Spannung können wir auch auf das nächste Wochenende schauen, wenn das Auswärtsspiel beim Tabellenführer ansteht und endlich wieder ein Auswärtssieg her soll.


Woche um Woche geht es nun also um einiges. Wie die Mannschaft mit dieser Situation umgeht, bleibt abzuwarten. Ganz klar ist aber, dass auch wir Fans in den nächsten Wochen Vollgas geben müssen. Das klingt vielleicht wie eine ausgelutschte Floskel, ist aber nur die Wahrheit. Denn gerade in schwierigen, ekelhaften Spielen, sind wir Fans in der Pflicht, die Mannschaft immer weiter nach vorne zu treiben! Nur dann werden wir weiterhin so viel Spaß mit unserer Borussia haben. Und vielleicht können wir dann sogar noch ein bisschen weiter träumen…

Wir schreien euch nach vorne
Komm’ macht es noch einmal…

Ein Gedanke zu „Komm’ macht es noch einmal…“

  1. Super Bericht, Simon! Du triffst nicht nur den Nagel auf den Kopf, sondern hast auch eine sehr angenehme und gut lesbare Formulierung, die Maßstäbe setzt. 🙂

    Danke dir dafür!

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