Was ist schlimmer als verlieren? Siegen!!!

Bild von Mr. England

Am Samstag lud also unsere Domina Borussia die alte Dame aus Berlin ein, um ein Spiel im Bereich rund um die goldene Ananas auszutragen.

Da sich einige Deppen aus der Gladbacher Fanszene entschieden hatte, sich auf das geistige Niveau einiger Fans unseres Erzrivalen herabzulassen, indem sie die Fahne der Boyz in Hoffenheim entwendeten, cancelten wir unsere geplante Zugfahrt, um einer unliebsamen Begegnug mit denen aus dem Weg zu gehen.

Zwar wäre es auf dem Hinweg noch möglich gewesen diese zu umgehen, aber auf Konfrontation nach deren gefühlten 25. Endspiel im Kampf auf den Relegationsplatz bei einer Niederlage gegen Mainz, hatten wir irgendwie keine Bock (Wortspiel!).

Also wurden neue Gruppen gebildet und man wählte den Weg via neumodischer Kalesche als geeignetes Anreisemittel hierfür aus.

Auf Aggertal angekommen trafen wir (Frank, Tanja und ich) -mal wieder- auf  die milden Hellertaler.

Gerade als wir unsere Fahrt fortsetzen wollten, hielt die Kutsche von Horst neben uns. Neben dem doppelten Horst, komplettierten Nscho tschi und Winnetou das Quartett.

Wir stiegen also wieder aus und kamen in´s Gespräch.

Derweil trafen 4 Mitglieder der Siegtalfohlen rund um Rüdiger Böhmer ein.

Anschließend ging es weiter, unser nächster Zwischenstop war der Trinkgut in Rheydt, wo wir uns noch mit Getränken eindeckten, die bei uns leider nicht feilgeboten werden.

Die letzten 500m unserer Hinfahrt endeten dann am P&R Parkplatz in Rheydt.

Ausgestattet mit einer Flasche Füchschen stoppten wir am Hauptbahnhof, um dort die kulinarischen Genüsse am Imbisswagen aufzunehmen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit der Abstinenz im Irish Pub, besuchten wir das besagte pog´s mal wieder.

Ein frisch gezapftes Newcastle Brown  Ale für mich und je 1 Krefelder für Tanja und Frank, waren schnell organisiert.

Danach machten wir uns auf den Weg zum Shuttle-Bus.

Nix los an der Bushaltestelle und es gab sogar Sitzplätze auf dem Weg zum Stadion.

Ohne Stau kamen wir an die Ampel zur Aachener Strasse, wo mir auffiel, das sich von links der Bus des Gästeteams aus Berlin näherte. Somit waren wir um 14:30 Uhr vor den Berlinern im Stadion.

Hier traf man -nach erfolgreicher Genesung- mal wieder auf eine grosse Anzahl von Festungsmitgliedern.

Gegen 15:10 Uhr machten sich die letzten auf gen Block 15.

Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, das Domina Borussia einen neuen sadischten Kurs belegt hatte.

Wer glaubte, das man die Talsohle an fussballerischem Spielvermögen bereits erreicht hatte, wurde hier eines besseren belehrt. Hier konnte das einstige System Frontzeck sogar noch was lernen!

Aber man kannte unsere Domina nicht anders und so setzte sie die neuerlernten Praktiken schnell in die Tat um.

Beispiel gefällig?

Rückspiele auf Yann Sommer und sein erlerntes Können unter der Regie von TW-Trainer Uwe Kamps, machten es erst möglich, das Bälle ohne Bedrängnis des Gegenspielers ins Seitenaus geschlagen wurden.

So war es nicht verwunderlich, das eben jener Sommer in Minute 40 aus dem Tor lief um in einem Anfall geistiger Umnachtung den Ball zu unterlaufen, als ob es nicht genügte, spitzelte unser dänischer Abwehrrecke den Ball auf Kalou, für den es eine Leichtigkeit war, selbigen im leeren Tor zu versenken.

Das Gefühl mit einer 9schwänzigen Katze ausgepeitscht zu werden kommt einem im Vergleich zu den Darbietungen der heimischen Mannschaft wie eine Streicheleinheit vor.

Mit einem gellendem Pfeiffkonzert und einem 0-1 Rückstand durfte unsere Domina dann den Weg in die Halbzeitkabine aufsuchen.

Die von Trainer Hecking angedachte 3er Kette versagte abermals, der Grund der auch einst Andre Schubert den Trainerposten gekostet hatte. (Schuster, bleib bei deinen Leisten!!!).

Wer glaubte in Halbzeit 2 würde Besserung eintreten wurde getäuscht.

Immerhin hatte Sommer die Gelegenheit genutzt mit einer Glanzparade das 0-2 zu verhindern.

Vielleicht war es ja der Blick von Borussia auf die Nordkurve, die sich plötzlich dazu entschloss, einen Anfgriff  auf das Tor zu starten. Sogar mit Erfolg. Hecking hatte sein Team wieder auf 4er Kette umgestellt und der zur Halbzeitpause für Zakaria eingewechselte Hazard  stand im Absruts, als Herrmann traf und den vermeintlichen Treffer zum 1-1 erzielte.Der Jubel im mit 51417 Zuschauern gefüllten Stadion brach aus und sollte jäh unterbrochen werden.

Die bis dahin glänzend pfeiffende Bibiana Steinhaus wurde aus der bösen Stadt kontaktiert und der Treffer wurde wegen (berechtigter) Abseitsstellung aberkannt.

Danach tobte der Mob und bei einigen Fans sank das Niveau und ein Großteil derer offenbarte seine hässliche Fratze, indem die Schiedsrichterin lauthals als Hure tituliert wurde!!!

War es nicht kürzlich erst Max Eberl gelungen auf seine Entgleisung gegen den Coach von Hoffenheim, sich zu entschuldigen, seine Vorbildcharakter herauszuheben und die gegen ihn gerichtete Strafe für ein gemeinnützigen Zweck eigenmächtig zu erhöhen?

Aber die Chaoten konnten sich -leider- nicht beherrschen. In der Folgezeit wurde dem Gästekeeper Jarstein ein blaues Feuerzeug an den rechten Knöchel geworfen, als dieser einen Freistoss links ausserhalb des Strafraumes ausführen wollte.

Ein weiteres (oranges) Feuerzeug verfehlte zum Glück genauso sein Ziel, wie auch die zahlreichen Becher, die aus Block 16 auf den Platz geworfen wurden.

Danach setzte Trainer Hecking alles auf eine Karte.

In Minute 69 hatte er die Eingebung in Unterzahl gegen die Berliner anzutreten. Er nahm Cuisance vom Feld und brachte Drmic.

Den Grund, warum es nur für die Ersatzbank reicht, lieferte er auch prompt. Den ersten von insgesamt 10 Ballkontakte (Quelle kicker) stoppte er souverän mit der Hacke und beförderte ihn unbedrängt an der Mittellinie ins Seitenaus.

Immerhin spielte er 5!!!!!!!! Pässe, von denen shogar 3 den Weg zum eigenen Mitspieler fanden.

Hertha hatte bis dahin beste Chancen ausgelassen das Spielergebnis auf 0-2 oder sogar 0-3 zu erhöhen, was aber auch zu diesem Zeitpunkt völlig verdient gewesen wäre.

Das ausgerechnet der in den letzten Wochen als Chancentod abgestempelte Hazard der Treffer zum 1-1 in Minute 74 gelang und warum das überhaupt so war, verstand fast keiner der anwesenden Zuschauer. 

Es sollte aber noch turbulenter werden. Nur 5 Minuten später wurde Elvedi im Strafraum gefoult, für Frau Steinhaus war die Sache klar. Weiterspielen war angesagt.

Dann sollte es eigentlich Einwurf geben, doch abermals meldete sich die Dunkelkammer aus der Stadt mit der Kapelle und den Zwillingstürmen zu Wort.

Bibiana ging zur review-area und entschied auf Strafstoss für Borussia.

In Minute 79 verlud Hazard Torwart Jarstein und es stand 2-1 für die Elf vom Niederrhein.

Trotz der Führung waren Euphorie und Freude eher mässig vorhanden.

Borussia gelang es im weitern Verlauf die Partie über die zeit zu schaukeln, aber als sich das Team vor der Nordkurve im Strafraum aufstellte, kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen einigen Anhängern (ich sage bewusst nicht Fans), die aus Block 16 geklettert waren und  Yann Sommer, wo sich später auch noch Christoph Kramer hinzugesellte.

Nach gut 4 Minuten beruhigten sich die Gemüter und mit angezogender Handbremse und ohne die restliche Nordkurve zu beachten, drehte die Elf vom Niederrhein seine Ehrenrunde durchs Stadion.

Es gibt Tage, da schafft es die Überschrift eines Berichtes exakt den Kern in kurzen Worten wiederzugeben, zwar hat der Titel im eigentlichen Sinne eine andere Bedeutung, trifft aber hier vollends den Nagel auf den Kopf.

Wohin der Weg weiterführt und ob uns Domina Borussia nochmals derart masochistisch veranlagt bestraft, das kann ich im Moment nicht beurteilen, aber wir sollten uns darauf besinnen, das Fussball ein Sport ist und es (siehe dem Ereignis in Münster) weitaus gravierendere Dinge gibt über die man sich aufregen kann, als ein 2-1 gegen Hertha BSC Berlin.

Gegen 17:50 Uhr verliessen wir den Park. Zügig ging unser Shuttle-Bus Richtung Rheydt. Es war mal wieder perfekt ausgedacht. Keine 10€ beim edeka zum Parken ausgegeben, keinen Stau auf der Anfahrt zur Autobahn und sogar 2 Autobahnauffahrten gespart  und somit freie Bahn. Wir dann später in Aggertal ein, wo schon die Herdorfer rund um Mario Kötting waren. Hier verweilten wir noch gut 20 Minuten.

Gegen kurz vor 20:00 Uhr bog unser fahrbarer Untersatz dann in Freudenberg von der Autobahn ab.

Immerhin hatte es das Wetter an diesem Tag richtig gut mit uns gemeint, ausserdem hatte wir 3 Punkte an Bord von denen nahezu niemand wusste, wie sie zustande gekommen waren.

Mit der Vorfreude auf die Fahrt nach München verbleibe ich mit sportlichem Gruß,

Euer Mr. England