Schalke im Doppelpack

Bild von vfldino

Bundesliga, 10. Spieltag: Borussia - Schlacke nullvier 3:1

Es gibt Gegner, mit denen sich Borussia schon traditionell schwer tut. Die Schalker gehören nicht dazu. Schon seit einigen Jahren liefern die Ruhrpottkicker bis auf wenige Ausnahmen brav die Punkte ab, ganz egal, ob verdient oder unverdient. Und in dieser Woche sollte es gleich zwei Spiele gegen den Lieblingsgegner geben. Zunächst in der Liga, dann auf Schalke im Pokal.

Aber immer der Reihe nach. Am Sonntag zur unsäglichen Anstoßzeit um halb sechs war Anstoß im Borussiapark. Dazu hatte unser Fanclub mal wieder einen Bus eingesetzt. Ausgestattet mit den wichtigsten Grundnahrungsmitteln starteten wir in Richtung Niederrhein. Die üblichen Verdächtigen sowie ein paar Schalker Geiseln waren an Bord, so dass kaum Zweifel an einem erneuten Sieg gegen die Blauweißen aufkam.

Trotz etwas Stau in einer Baustelle und dem ausgiebigen Stopp in Aggertal mit Verköstigung durch Omis Leckereien kamen wir frühzeitig im Borussiapark an. Die Hütte war natürlich ausverkauft und wir konnten mit einer stimmungsvollen Partie rechnen.

Im Stadion angekommen, wurde zunächst noch das Geschehen in der Vorwoche in Turin aufgearbeitet, wo die Fans der Borussia einen sagenhaften Auftritt hingelegt hatten. Und auch heute war die Stimmung bestens, obwohl dem einen oder anderen Turin-Fahrer die Strapazen der Reise anzumerken war. Die Schalker Fans waren auch wieder zahlreich vertreten. Nur sie waren heute nicht so laut wie in den Jahren zuvor. Mag wohl an den internen Störfeuern liegen, die mal wieder lodern, obwohl es eigentlich keinen Anlass dazu gibt. Ist halt ein Sch...-Verein.

Borussia nahm direkt das Spielgeschehen in die Hand. Schon nach drei Minuten zappelte der Ball im Schalker Netz. Der Treffer von Stindl fand aber keine Anerkennung, weil der Ball zuvor schon im Toraus war. Weitere Chancen hatten Korb und Johnson, die aber nicht genutzt wurden. Korb in Strafraumnähe? Ja, tatsächlich! So was gibt es erst, seitdem Schubert Trainer ist! Und das hatte heute Folgen. Nach einer halben Stunde wurde Korb im Strafraum gelegt. Der fällige Elfmeter wurde zunächst vom Schalker Keeper pariert, den Abpraller verwertete Stindl aber per Kopf zum hochverdienten 1:0!

Von Schalke war bisher offensiv nichts zu sehen. Borussia hatte weitere Chancen, die ungenutzt blieben. Um so überraschender schafften die Knappen kurz vor der Pause mit ihrer ersten Chance den Ausgleich. Und das nur durch ein unglückliche Aktion von Christensen, der eine Hereingabe beim Rettungsversuch ins eigene Tor grätschte. Mit dem für die Gäste schmeichelhaften Zwischenstand von 1:1 ging es in die Pause. Diese wurde von mir genutzt zum Lauschen auf BK's Halbzeitkommentar in der Warteschlange zum Männerklo sowie dem Halbzeitplausch mit einer alten Bekannten aus Bökelberg-Zeiten hinter der Nordkurve.

Die zweite Halbzeit gestalteten die Gäste jetzt offener und sie kamen auch zu Torchancen. Sommer konnte sich mehrfach auszeichnen. Aber auch die Borussen waren weiterhin gefährlich im Angriff. Stindl scheiterte mehrfach oder verfehlte das Tor. Aber in der 70. Minute wurden dann die Weichen auf Sieg gestellt. Raffael zirkelte einen Freistoß zum 2:1 in den Winkel! Jaaaaaaa! Was für ein Tor! Borussia hatte das Spiel jetzt wieder unter Kontrolle und ließ kaum Schalker Chancen zu.

Den Schalker Frust bekam André Hahn schmerzhaft zu spüren. Gerade eingewechselt, wurde er übelst gefoult und am Knie getroffen. Er wird mehrere Monate ausfallen. Der Schalker Sünder, der völlig zurecht die rote Karte sah, sollte nach meiner Meinung solange gesperrt werden, bis Hahn wieder spielen kann. Die Bestrafung vollzog Borussia auch noch auf dem Platz. In der 84. Minute erzielte Korb (!) das 3:1 mit einem Flachschuß in die lange Ecke! Ja, Korb hatte tatsächlich ein Tor erzielt, vorüber am Abend ein ARD-Brennpunkt gesendet wurde! :-)

Die Entscheidung war gefallen und Borussia brachte den Vorsprung souverän über die Zeit. Es war ein hochverdienter Sieg gegen letztendlich harmlose Schalker. So langsam machen die Borussen mir Angst. Auf den Katastrophenstart mit fünf Niederlagen zu Saisonbeginn folgten jetzt fünf Siege und Borussia hatte den Anschluss an die oberen Tabellenregionen wieder hergestellt.

Dementsprechend sah man nach dem Abpfiff nur glückliche Gesichter.

Die Rückfahrt war dementsprechend stimmungsvoll und der eine oder andere Singsang wurde im Bus angestimmt. Und mit dem Biernachschub (siehe auch das Bild ganz oben) hatten wir heute keine Probleme. War ja leider ein Sonntagspiel. Da hatte der eine oder andere schon mal den bevorstehenden Arbeitstag im Hinterkopf und hielt sich deshalb mit dem Bierkonsum zurück.

Etwa um elf Uhr am Abend trafen wir wieder in Siegen ein. Mal wieder war es eine gelungene Tour. Auf die Schalker ist Verlass. Gegen die sollten wir öfters spielen. Diesmal mussten wir nur drei Tage warten. Dann stand der Pokalauftritt in der Schalker Turnhalle an:

DFB-Pokal, zweite Runde: Schlacke nullvier - Borussia 0:2

Zum Pokalspiel auf Schalke war die Borussenfestung mal wieder zahlreich vertreten, Die Anreise erfolgte diesmal mit mehreren Autos. Und es war Geduld gefragt. Wie meistens waren die Autobahnen im Ruhrgebiet ziemlich verstopft. Aber alle schafften es rechtzeitig zum Anpfiff, in der Gelsenkirchener Turnhalle zu sein. Die meisten von uns hatten Sitzplätze auf dem Oberrang mit guter Sicht. Nur Gandalf, Tine und eine kleine Abordnung seines Gefolges hatten Stehplätze im Aquarium.

Natürlich war das Stadion äähm die Turnhalle ebenfalls ausverkauft. Vor dem Einmarsch der Mannschaften bot sich ein stimmungsvolles Bild bei ausgeschaltetem Flutlicht und einer "Smartphonelicht-Choreo".

Die Schalker Nordkurve machte mächtig Stimmung, aber der Gästeblock hielt gut dagegen. Und wir fieberten dem Anpfiff entgegen und hofften auf eine erneut starke Leistung der Borussia. So ein 3:1 wie vor drei Tagen wäre schon nicht schlecht. Ob die Schalker diesmal auch dementsprechend mitspielen würden, blieb anzuzweifeln. Denn diesmal hatten sie Heimspiel.

Und das merkte man von Beginn an. Schalke machte ziemlich Druck und Borussia kam gar nicht dazu, das eigene Spiel aufzuziehen. Nur einer erreichte in der ersten Hälfte Normalform: Unser Torwart Yann Sommer! An ihm war kein Vorbeikommen, was die Schalker auch probierten. Unsere Abwehr war einige Male nicht im Bilde und Sommer musste im Duell eins gegen eins sein Können beweisen. Und er ließ die Schalker Angreifer verzweifeln. Wir hatten uns schon mit dem 0:0 zur Pause angefreundet, als ein Schalker Abwehrspieler sich einen folgenschweren Ausrutscher erlaubte. Stindl luchste ihm den Ball ab erzielte nach einem kurzen Solo das 0:1! Verwundert sahen wir uns an. Das war ja gnadenlos effektiv! Und hochverdient, wie Hotte meinte. Bis zur Pause passierte dann nichts mehr und es ging mit der knappen Führung in die Kabinen.

 

Zu Beginn der zweiten Hälfte begann Borussia, sich die Führung zu verdienen und war jetzt besser im Spiel. Bei einem Konter wurde Stindl vom Torwart von den Beinen geholt. Den fälligen Elfmeter verwandelte Hazard zum 0:2! Ne, wie geil! Zwei Schüsse aufs Tor und zwei Tore. Einfach gnadenlos effektiv! Borussia schaltete jetzt wieder einen Gang zurück und beschränkte sich darauf, die Schalker von unserem Tor fernzuhalten. Und das gelang zumeist sehr gut. Nur noch einmal musste Yann Sommer eingreifen. Unsere Angreifer hingegen hatten eine Vielzahl von Konterchancen, die allesamt nicht genutzt wurden. Am Ende war es ein insgesamt verdienter Sieg, auch wenn die Tore eher kurios entstanden. Uns war es egal. Die Schalker hatten sich mal wieder als unser Lieblingsgegner erwiesen. Und Borussia hat durch den Sieg das Achtelfinale erreicht. Die Auslosung ergab ein Heimspiel gegen Bremen. Das sollte auch zu schaffen sein.

Nachdem die Mannschaft sich bei den mitgereisten Fans verabschiedet hatten, machten wir uns auf den Heimweg. Unterwegs zum Parkplatz sah man viele betröppelte Schalke-Gesichter. Aber es war angebracht, sich mit Mitleidsbekundungen zurückzuhalten. Ein Mitglied der Borussenfestung wurde angegriffen und sein Schal wurde geklaut. Ne, was für Helden! Schon wieder ein Grund mehr, die Schalker nicht zu mögen. Aber als zuverlässiger Gegner hatten die Schalker sich erneut bewiesen.