Schalke #2: Etwas Glück gehabt

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Europaleague, Achtelfinale: Schlacke nullvier - Borussia 1:1

Endlich mal wieder gegen Schalke! Nur diesmal auf anderer Ebene. Es waren sechzehn Mannschaften in der Auslosung des Achtelfinales. Und wir erwischten das dümmste Los mit dem zweiten verbliebenen deutschen Vertreter. Nach dem überzeugenden Sieg in der Bundesliga ein paar Tage zuvor waren viele optimistisch, dass es ein leichtes Los sei. Das erwartete ich nicht. In der Europaleague würden wir auf andere Schalker treffen, die sich nicht mehr so leicht überraschen lassen würden. Außerdem hatten sie heute ein Heimspiel und nach der Niederlage bei uns etwas wieder gut zu machen.

Die Borussenfestung war in der Turnhalle Gelsenkirchen mal wieder gut vertreten. So nach und nach trudelten alle auf unseren Plätzen auf dem Oberrang ein. Leider gesellten sich auf den Zugängen und Treppen auch einige der Ultras dazu, die wegen Kartenmangels für den eigentlichen Gästefanblock im Unterrang auch im Oberrang ihren Platz hatten, aber kurzerhand den Block gewechselt hatten. Dadurch war unser Block im Oberrang hoffnungslos überfüllt und nicht jeder konnte noch optimal sehen. Da hat der Ordnungsdienst keinen guten Job gemacht.

Aus dem VIP-Bereich kamen die Anwesenheitsmeldungen von Hotte und Nebelhorn sowie von Frau Ütsch, die heute mal ganz nobel das Spiel der Borussia verfolgen wollten. Dabei trafen sie auch auf die Prominenz der Borussia.

Die Stimmung in der Turnhalle und im Gästeblock sowieso war dem Anlass Europaleague entsprechend gut und das Spiel konnte endlich losgehen. In der Schalker Nordkurve wurde eine Pyro-Choreo mit einem großen Banner und Blitzer-Pyros gemacht. Sieht schön aus, ist aber für die Leute unter dem Banner bestimmt mit roten Augen und Atemnot verbunden. Sozusagen ein Pyro-Eigentor und ziemlich wenig durchdacht. Oder anders gesagt: Dumm!

 

Borussia kam gut ins Spiel und kontrollierte das Geschehen zunächst. Und nach einer Viertelstunde durften wir jubeln. Stindl erkämpfte die Kugel im Mittelfeld und schickte Hofmann im Zentrum steil. Der 24-Jährige lief zentral auf Fährmann zu und schob zum 0:1 ein! Auch danach erschien Borussia als das bessere Team. Deshalb fiel der Ausgleich in der 25. Minute aus dem Nichts. Eigentlich musste das Spiel nach einem Foul an Raffael im Mittelfeld unterbrochen werden. Der Pfiff des schwachen holländischen Schiedsrichters blieb aber aus. Die Schalker nutzten den Sekundenbruchteil der fehlenden Konzentration zum Ausgleich mit einem platzierten Flachschuss in die lange Ecke. Bis zur Pause war das Spiel gegen jetzt etwas stärkere Schalker dann ausgeglichen mit mittelprächtigen Chancen auf beiden Seiten. Das Unentschieden zur Halbzeit ging in Ordnung.

In der zweiten Halbzeit erhöhten die Gastgeber wie erwartet den Druck. Borussia konnte sich kaum noch befreien. Öfters wurde es eng für Borussias Abwehr. Die einzige Torchance für Borussia hatte Johnson nach einem misslungenen Rückpass, kam aber einen Schritt zu spät. Schalke konnte seinerseits die Chancen nicht nutzen. Ein hervorragend aufgelegter Yann Sommer sowie Pfosten und Querlatte verhinderten einen weiteren Schalker Treffer. So war es am Ende ein etwas glückliches, aber wegen der kämpferischen Leistung nicht unverdientes Unentschieden. dass für das Rückspiel alle Möglichkeiten offen lässt. Die Chancen stehen wegen dem auswärts erzielten Tor recht gut. Zum Selbstläufer wird das Rückspiel aber keineswegs.

 

Nach dem Spiel trafen wir uns noch kurz hinter dem Block. Auf den dortigen Bildschirmen wurden noch mal die Highlights des Spiels analysiert. Die Realität hatte die Optimisten von vor dem Spiel wieder eingeholt. Ein 1:1 ist ein gefährliches Ergebnis. Ich persönich bin gedämpft optimistisch. Nächste Woche hat Borussia Heimspiel. Und wenn es Borussia gelingt, die eigene Angriffsmaschinerie ans Laufen zu bringen und die der Schalker zu stoppen, sollte Borussia die nächste Runde erreichen können.