Schalke #1: Im Regen zum Sieg

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Bundesliga, 23. Spieltag: Borussia - Schlacke nullvier 4:2

Wir befanden uns mitten in den blauweißen Wochen. Letzten Mittwoch wurde in Hamburg gegen die dortigen Blauweißen das Halbfinale des DFB-Pokals klar gemacht. Heute stand die erste von drei Begegnungen mit den Blauweißen aus dem Gelsenkirchener Vorort auf dem Programm. Und da hatte Borussia nach der hohen Niederlage in der Hinrunde noch eine Rechnung offen. Mittlerweile ist die spielerische Krise zum Glück überwunden und es geht wieder aufwärts. Wir waren zuversichtlich, dass die Revanche gelingen würde.

Natürlich setzte die Borussenfestung zu diesem Spiel wieder einen Bus ein. Von Beginn an war die Stimmung während der Fahrt gut. Und es dauerte auch nicht lange, bis die eine oder andere Bemerkung für allgemeine Heiterkeit sorgte. Frau Ütsch, die erstmals seit längerem wieder dabei war, weil sie sich lange von einer Sportverletzung erholen musste, fragte fast jeden: "Willst du mal meine Schrauben fühlen?" Meine Gegenfrage war, ob ich die Schrauben bei der Gelegenheit direkt nachziehen solle. Und nicht nur die vom lädierten Knöchel. Ne, Frau Ütsch, das mit dem Sekt am frühen Nachmittag war keine gute Idee!

Auf Aggertal traf dann ein Großteil der Gladbachfans aus der Region ein. Auch leider solche, die sich bessere Gladbachfans halten. Das wurde beim Dialog mit Leuten vom Fanclub aus Salchendorf klar. Nach unserem Versuch, ihnen Artikel unseres Fanclubs zu verkaufen, bekamen wir zu hören: "Warum sollten wir Artikel von anderen Fanclubs kaufen?" Liebe Salchendorfer! Mit solchen Äußerungen und einer solch ignoranten Einstellung werdet ihr niemals innerhalb der Fanszene auch nur ansatzweise Akzeptanz erlangen. Ihr habt die Mechanismen der Fanszene noch nicht verstanden. Die Szene lebt vom Zusammenhalt. Alleingänge sind bisher immer schiefgegangen.

Auch diesmal waren wir von Omi mit ihrem leckeren Buffet kulinarisch bestens versorgt.

Busfahrer Achim, bekannterweise Schalke-Fan, hatte heute einen schweren Stand. Um ihn für den Fall der Fälle zu trösten, nahm Frau Ütsch ihn in die lange Warteliste ihrer Affären auf. Welch ein Trost! :-) Er würde sie als Gegenleistung heute auch bis vor die Haustüre im Hickeland fahren.

Und weiter ging die lustige Fahrt. Auf der Rheinbrücke südlich des Beklopptenkaffs mit K. waren dann mal wieder Gesangeskünste gefragt, wobei genau auf die Aussprache geachtet wurde. Osrams Ohren waren überall und duldeten keine Fehler. Und das nicht nur beim Singen. Stimmt's, Steffi?

Beim zweiten Zwischenstopp in Frechen gab es dann was Süßes. Eine der Frauen hatte leckeren Pfläumchenlikör mitgebracht. Und der war nicht nur was für die Frauen. Ali bekam gar nicht genug von den Pfläumchen. Ich auch nicht.

Nach der Ankunft auf dem Bus-Parkplatz beim Borussiapark hatten wir noch etwas Zeit. Also schlabberten wir zunächst noch ein paar Bierchen und stärkten uns weiterhin an Omis Buffet, bevor wir zum Stadion gingen.

Das Stadion war natürlich ausverkauft. Und heute war nach dem peinlichen Auftreten der Ultras beim Spiel gegen Leipzig die Stimmung auch wieder gut. Auch weil sich die Stimmung irgendwie selbst regelte. Viele Old-School-Gesänge wurden angestimmt und mitgesungen. Nur etwas störend waren mal wieder einige übergroße Fahnen im unteren Bereich von Block 16. Auch deshalb konnte ich diesmal kaum brauchbare Fotos vom Einmarsch der Mannschaften machen. Aber darüber habe ich mir ja schon genügend das Maul zerrissen. Nur solange, wie das Spiel nicht läuft, sind mir die Fahnen egal. Aber mit Spielbeginn sollten die Fahnen runter. Wer dahinterstehend das Spiel nicht verfolgen kann, kann auch nicht anfeuern.

Borussia legte sofort los wie die Feuerwehr. Schon nach einer halben Minute verfehlte Raffael das Tor nur knapp. Und nur eine Minute später war das Tor erneut etwas zu klein. Schon zwei Torschüsse nach zwei Minuten? Ja, es ging gut los. Nach zehn Minuten landete der Ball im Tor, aber Johnson hatte im Abseits gestanden. Erst danach befreiten sich die Schalker etwas und probierten es auch mal offensiv. Der Distanzschuss verfehlte das Tor aber deutlich.

Und jetzt begann der große Regen. Das Stadiondach war nutzlos. Der Wind wehte den Regen gnadenlos auf die Trübünen. Und während wir damit beschäftigt waren, uns vor dem Regen zu schützen, wurden die Gäste immer stärker. In dieser leichten Schalker Druckphase schlug Borussia mit einem Konter zu. Dabei nutzten unsere Angreifer die Schlafmützigkeit der Schalker Abwehr aus. Herrmanns Flanke von rechts verwertete Johnson mit seiner Direktabnahme zum 1:0 in der 28. Minute. Aber so sehr lange konnten wir uns über die Führung nicht freuen. Nach dem ersten Angriff nach Borussias Führung bekamen die Schalker in der 37. Minute nach einer unnötigen Aktion von Kramer einen Elfmeter, den sie zum Ausgleich nutzten.

Das war es dann aber mit der königsblauen Herrlichkeit. Der Rest der ersten Halbzeit gehörte wieder der Borussia. Zweimal wurde es noch eng für die Schalker. Zuerst verfehlte ein Freistoß von Raffael das Tor und dann kam Johnson bei seiner Chance zu sehr in Rücklage, so daß er über das Tor zielte. So blieb es zur Halbzeit beim Unentschieden.

Zu Beginn der zweiten Hälfte mussten wir mal kurz die Luft anhalten, als ein Kopfball der Schalker nur knapp am Pfosten vorbeiflog. Aber dann, immer noch im strömenden Regen, wurde innerhalb von wenigen Minuten das Spiel zu Gunsten der Borussia entschieden. Das war einfach nur wunderschöner Vollgas-Fußball, was Borussia ab der 65. Minute zeigte. Zunächst war Stindl noch zweimal am Torwart gescheitert.

Aber dann eroberte Raffael im Mittelfeld den Ball und setzte sich im Zweikampf durch, spielte steil auf Johnson, der dann nach einem genialen Hacken-Doppelpass mit Stindl die erneute Führung erzielen konnte! Und der Jubel war noch nicht verhallt, als nur zwei Minuten später nach einer Kombination mit direktem Pass-Spiel über Raffael und Dahoud auf dem linken Flügel Wendt mitgelaufen war, der den perfekten Pass von Dahoud zum 3:1 verwerten konnte! Jetzt war die Entscheidung gefallen. Und dementsprechend fiel der Jubel aus. Patschnass waren wir ja sowieso schon, also machte die Bierdusche auch nichts mehr.

Und weiter lief die Angriffsmaschinerie der Borussia. Zunächst scheiterte Raffael am Schalker Torwart und Dahoud verfehlte nur knapp. Dann war das 4:1 aber fällig. Der eingewechselte Strobl setzte sich am rechten Flügel durch und passte überlegt in die Mitte, wo der freistehende Raffael mühelos einschieben konnte! Jaaaaaaaaaa! Deckel drauf! Oder etwas nicht? Die Schalker verschickten ein Lebenszeichen. In der 83. Minute erzielten sie mit einem Kopfball das 4:2. Das wurde aber von ihren Fans schon gar nicht mehr bejubelt, denn sie hatten dem Spiel wohl aus Protest gegen die grottige Leistung den Rücken zugekehrt.

Mehr passierte dann nicht mehr. Bis auf den Kopfball von Raffael, der nur knapp am Tor vorbeiflog. Am Ende war es ein hochverdienter Sieg für Borussia, der auch für die folgenden Partien in der Europaleague gegen Schalke Hoffnung macht. Heute schien Schalke mit dem Angriffswirbel der Borussia einfach nur überfordert. So kann es am kommenden Donnerstag gerne weiter gehen. Die Mannschaft der Borussia feierte vor der Nordkurve, während die Schalker Spieler sich Pfiffe ihrer Anhängerschaft gefallen lassen mussten.

Hinter der Nordkurve herrschte allgemeine Begeisterung ob des klaren Siegs und das souveräne Zustandekommen. Aber nächsten Donnerstag beginnt das Spiel wieder bei null und die Schalker werden heiß auf Wiedergutmachung sein. Wenn Borussia so auftritt wie heute, ist mir aber für die Euroleague-Spiele nicht bange. So war auch die Meinung der meisten Leute der Borussenfestung.

Die Rückfahrt war ob des Sieges feuchtfröhlich. Feucht war es wegen des anhaltenden Regens auch draußen, weshalb die Pausen auf den Raststätten diesmal etwas kürzer ausfielen. Um kurz nach Mitternacht waren wir wieder in Siegen. Am Donnerstag geht es international weiter. Schade, dass die deutschen Teilnehmer der Europaleague gegeneinander spielen müssen. Normalerweise muss man für ein Euroleague-Auswärtsspiel einen Flug buchen. Nur wie fliegt man nach Schalke? Über D-Dorf nach Doofmund oder umgekehrt? Nein, diesmal können wir ganz bequem mit dem Auto hinfahren, wenn es wieder heißt:

Schraube locker und Affären

Dino, klasse Bericht - wie immer  ich kann mich gar nicht mehr erinnern, dass ich das gefragt habe an den Sekt kann ich mich schon erinnern Der Frauenbeauftragte muss sich mal mehr um seinen Job kümmern... dann red ich auch nicht so viel dummes Zeug, freu mich auf die nächste Fahrt!!