Reise durchs Hoffnungstal

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Bundesliga, 6. Spieltag: Borussia - Augsburch 4:2

Turbulente Tage lagen hinter der Borussia. Nach dem schlechtesten Saisonstart seit Ligazugehörigkeit mit fünf Niederlagen in Folge hatte unser Trainer Lucien Favre überraschend am Sonntag nach der Derby-Niederlage seinen Rücktritt erklärt. Wer sollte jetzt seinen Posten übernehmen? So kurz nach Saisonbeginn sind gute Trainer rar und die Aufgabe anspruchsvoll. Borussia befand sich in einem sportlichen Tal und der neue Trainer sollte in der Lage sein, es in ein Hoffnungstal zu verwandeln und die Mannschaft aus den unteren Regionen der Tabelle wieder nach oben zu führen. Borussias Vereinsführung entschied sich für den Trainer der U23, André Schubert als Interimstrainer. So kann in Ruhe ein Nachfolger für Favre gesucht werden. Vielen Dank hier nochmal an Lucien Favre für über vier Jahre gute Arbeit! Vom Fast-Abstieg in die Championsleague! Wer daran was zu meckern hat, soll am besten nach Wolfsburg oder Bayern gehen!

 

Wie würde die Mannschaft heute auftreten? Gab es eine Trotzreaktion? Wie war die Reaktion der Fans? Für uns war es selbsverständlich, die Mannschaft auch in der englischen Woche zu unterstützen. Früh machten wir (C&A, Wolfgang und ich) uns auf den Weg. Aber wie zumeist unter der Woche war die Autobahn schon vor der Beklopptenstadt dicht. Baustelle und Unfall! Also war mal wieder unser 8-Bit-Navi Tine gefragt, die Fahrer Gandalf gekonnt um den Stau herumlotste. Dabei durchfuhren wir einen Ölner Vorort namens "Hoffnungsthal". Wenn das mal kein gutes Omen war! Trotz der Umleitung kamen wir früh genug in Gladbach an. Wir hatten sogar noch Zeit, auf ein Bier ins Fanhaus zu gehen. Und wenn Wolfgang schon mal einen ausgeben wollte, sagten wir dazu nicht nein. Dazu gab es lecker Laucheintopf oder Currywurst vom Fanhaus-Imbiss.

Als wir dann im Stadion eintrafen, war doch reichlich Platz auf den Stehplätzen der Nordkurve. Ach ja, die Eventfans hatten wohl nach den Niederlagen der letzten Wochen keine Lust und die Karten für die Rosinenpickerspiele wie die der Championsleague sind teuer. Etwa 40.000 Zuschauer waren heute da und unterstützten die Mannschaft vom Anpfiff an lautstark, wie es sich gehört. Und die Mannschaft hängte sich von Beginn an voll rein. Sie schien wie verwandelt und war nicht wiederzuerkennen im Vergleich zu den letzten Spielen. Und dieses Bemühen wurde schon nach fünf Minuten belohnt. Ein abgeblockter Schuss von Raffael landete vor den Füßen von Johnson, der ohne viel Mühe das 1:0 erzielen konnte. Jaaaaaaaaaaaaaaa! Es geht doch! Nebeneffekt im Stehblock war eine heftige Bierdusche...

Was hatte Interimstrainer Schubert in zwei Tagen mit den Spielern gemacht? Auf einmal konnten sie wieder laufen und schönen Fußball spielen wie in der Vorsaison. Und das zeigten sich in den Minuten siebzehn bis einundzwanzig eindrucksvoll. Die Augsburger, von denen bis dahin aber auch gar nichts zu sehen war, wurden regelrecht überrannt. In diesen drei Minuten erhöhte Borussia den Zwischenstand durch Xhaka, Stindl und Dahoud auf 4:0! Was war denn hier los? Wir sahen uns im Stehbloch nur ungläubig an. Es war wieder Licht im Hoffnungstal. Mit dem Vorsprung im Rücken ließ Borussia es jetzt etwas ruhiger angehen. Trotzdem hatte sie das Spiel unter Kontrolle und hielt die Augsburger von unserem Tor fern und hatte selbst noch weitere Chancen, zu erhöhen. Aber es blieb beim 4:0 zur Pause.

In der zweiten Hälfte wurde schnell klar, dass Borussia das hohe Tempo der ersten Hälfte nicht länger halten konnte. So kamen die Augsburger etwas besser ins Spiel. Borussias Vorstöße in den gegnerischen Strafraum waren jetzt eher selten, aber immer gefährlich. Durch zwei mehr oder wenig zweifelhafte Elfmeter kam Augsburg noch auf 4:2 heran. Insgesamt war der Sieg aber nicht gefährdet. Borussia hatte noch zweimal Pech bei Pfosten- und Lattentreffern. Am Ende war es ein hochverdienter Sieg für Borussia, der leicht hätte höher ausfallen können. Aber wir wollen nicht meckern nach den Grottenkicks der letzten Wochen. Glückwunsch an die Mannschaft und an Trainer Schubert! Die ersten drei Punkte sind eingesackt! Das Hoffnungstal ist durchschritten und es geht wieder aufwärts!

Erleichterung war auch bei den Leuten der Borussenfestung zu spüren. Der rasante Fußball der letzten Saison ist wieder da! Woran hat es gelegen? Hat Favre die Mannschaft nicht mehr erreicht? Ist André Schubert nur eine Interimslösung oder vielleicht eine dauerhafte Lösung? Aber das sind Fragen, die wir erst in einigen Wochen bis Monaten beantworten können. Wichtig ist zunächst, dass der erste Schritt weg vom Tabellenende gemacht wurde. Beim nächsten Auswärtsspiel in Stuttgart darf der nächste Schritt gemacht werden.