Mit Geduld zum verdienten Erfolg

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Bundesliga, 13. Spieltag: Borussia - Hangover 2:1

Heute reiste ich mit Patty, Max und ein paar anderen mit der Bahn an. Das konnte lustig oder auch eventuell problematisch werden, zumal die Ölner auch Heimspiel hatten und auch mit Anhängern des Beklopptenvereins im Zug zu rechnen war. Und tatsächlich stiegen immer mehr in rot und weiß gekleidete Fans zu, je näher wir der Stadt mit der großen Kirche kamen. Aber es blieb alles friedlich. Etwas wurde gefrotzelt, aber alles blieb im Rahmen. Es kam sogar fast zu Verbrüderungsszenen. Max, das wird bestimmt Folgen haben.

Nach dem Umsteigen in K. waren wir dann wieder unter uns und wir konnten uns wieder verstärkt um die offiziellen Fohlenerfrischungsgetränke kümmern. Nach der Ankunft in Rheydt nahmen wir ohne weiteren Aufenthalt den Shuttlebus in Richtung Borussia-Park. Heute waren ja aufgrund der Vorfälle in Frankreich und beim abgesagten Länderspiel in Hannover verstärkte Einlasskontrollen angekündigt. Also wollten wir früh genug da sein.

Die Kontrollen waren zumindest in der Nordkurve nicht umfangreicher als sonst auch und wir kamen ohne Probleme durch. Im Stadion hatte sich hinter der Nordkurve schon der Rest der Borussenfestung eingefunden, die mit Autos angereist waren. Nach der Versorgung mit Bier und Fressalien ging es rein in unser Wohnzimmer, die Nordkurve.

Das Stadion war mal wieder mit 52.000 Zuschauern gut gefüllt. Nur im Gästebereich waren noch einige Lücken. Erneut war es beschämend, was ein Bundesligist an einem Samstagnachmittag an Zuschauern mitgebracht hatte. Aber das ist ja schon bekannt, dass in Hannover die Chemie zwischen Fans und Verein nicht mehr so ganz stimmt. In der Nordkurve war die Stimmung gut bis mittelprächtig. Ein paar Lücken waren auch im Stehbereich zu bemerken. Ein paar Eventfans waren wohl zuhause geblieben.

Vor Spielbeginn gab es eine Gedenkminute für die Terroropfer in Frankreich. Und diesmal war es wirklich ruhig. Auch diejenigen, die schon mal für Zwischenrufe gut sind, hielten diesmal die Klappe. So still habe ich den Borussiapark noch nicht erlebt. Aber es war ja auch dem Anlass angemessen.

Der Gegner aus Niedersachsen erwies sich von Beginn an als sehr unbequem. Schon nach vier Minuten musste Jantschke auf der Torlinie retten. Aber Borussia fand dann nach und nach besser ins Spiel und hatte erste Chancen. Stindl traf in der 13. Minute nur den Außenpfosten. Nach einer halben Stunde scheiterte "Kopfballungeheuer" Raffael am Torwart. Aber nur wenig später machte Traoré es besser. Nach einem Super-Zuspiel von Dahoud tunnelte er den Gästetorwart zum 1:0! Das war jetzt hochverdient, aber Hannover war nach wie vor gefährlich. Sommer verhinderte mit einer Parade kurz vor der Pause den Ausgleich.

Die zweite Hälfte begann mit zwei Torchancen für die Gäste, die sich scheinbar noch was vorgenommen hatten. Einmal hatte Borussia dabei Glück, als Hannovers Angreifer allein auf das Tor zulief, aber nur den Außenpfosten traf. Aber auch Borussia war im Spiel, das jetzt hin und her ging. Stindl traf erneut nur den Pfosten. Im Gegenzug musste Sommer erneut sein Können beweisen, als er einen Kopfball über das Tor lenkte. Nach der anschließenden Ecke war er aber machtlos, als Hannover aus dem Gewühl heraus den Ausgleich erzielen konnte.

Dumm gelaufen. So wirklich gefährlich war Hannovers Spiel eigentlich nicht gewesen und Borussia war feldüberlegen. Und trotzdem stand es jetzt 1:1. Also musste noch eine Schippe draufgelegt werden, um doch noch den Dreier einzufahren. Das Spiel lief jetzt hin und her mit Chancen auf beiden Seiten, wobei Borussia zwingender wirkte. Und wir mussten bis kurz vor Schluß warten. In der 84. Minute konnte sich Christensen auf der rechten Seite durchsetzten und passte quer zu Raffael, der zum 2:1 einnetzen konnte! Die Führung war mittlerweile hochverdient. Und Borussia schaffte es jetzt ohne Mühe, den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Am Ende war es ein mit Geduld herausgespielter hochverdienter Arbeitssieg gegen einen schwer zu bespielenden Gegner.

Die Serie ungeschlagener Spiele geht für unseren Trainer Schubert, der jetzt Cheftrainer ist, also weiter. Und von uns aus kann es auch noch einige Zeit so weiter gehen. Im nächsten Heimspiel in der Liga kommen die Bazies als Gegner in den Borussiapark. Bleibt es der Borussia vorbehalten, denen die erste Niederlage zuzufügen? Wir werden es erfahren.