Italienisch für Fortgeschrittene

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Championsleague, 3.Spieltag: Juventus Turin - Borussia 0:0

Endlich war es soweit und ich konnte nach einigem Hin und Her um Karten und Urlaub jetzt doch meine erste Championsleague-Auswärtstour antreten. Zu siebt wollten wir uns das Abenteuer Turin antun. Früh am Dienstagmorgen machten wir uns rechtzeitig mit zwei Autos auf den Weg zum Flughafen in der Nähe der Beklopptenmetropole, damit wir unseren Flieger erwischten. Mit dabei waren Nebelhorn, Benny, Kai, Hotte, Holger, Thilo und ich. Nach dem Einchecken und dem Passieren der Sicherheitskontrolle hatten wir dann noch Zeit, um uns an der Bar in der zollfreien Zone des Flughafens auf die kommenden Tage einzustimmen. Mangels Alternativen geschah das mit einem Bierersatz mit unaussprechlichem Namen. Und jetzt schon, am frühen Morgen, klimperte es in der K.- Kasse, weil sich doch der eine oder andere traute, den Namen des Stangenbiers auszusprechen.

Der Flug nach Mailand, das wir als Flugziel aus Kostengründen Turin vorgezogen hatten, dauerte etwa eine Stunde. Vor dem Start gab es aber noch eine Verzögerung wegen verunreinigter Fahrbahn. Typisch Ölln! Als wir dann in der Luft waren, vertrieben wir uns die Zeit mit Dosenbier und dem Blick auf die aufgehende Sonne.

Nach der Landung in Mailand hatten wir eigentlich noch eine Stunde Zeit, bis wir mit dem zuvor gebuchten Bus nach Turin weiterfahren wollten. Eigentlich. Aber wir stellten fest, dass ein abfahrbereiter Bus derselben Gesellschaft mit Restplätzen wartete. Also änderten wir die Reiseplanung und nahmen diesen Bus, der uns zwei Stunden früher als geplant nach Turin brachte. Bei der Ankunft in der Stadt konnten wir schon mal unser Hotel "Miramonti" aus dem Bus heraus in Augenschein nehmen. Auf den ersten Blick auf die Entfernung schien es ziemlich schäbig zu sein. Schlimmste Befürchtungen kamen auf. Was hatten wir denn da für eine Absteige gebucht? Leider hielt der Bus dort nicht an, sondern an der festgelegten Haltestelle am Busbahnhof.

Dieser lag mehrere Kilometer vom Hotel entfernt. Zum Laufen mit Gepäck doch etwas zu weit. Also blieb uns nur, zwei Taxis zu nehmen, die uns zu unserer Herberge brachte. Nur waren wir dort jetzt zu früh. Die Zimmer waren noch nicht fertig. So deponierten wir zunächst das Gepäck und machten uns auf den Weg, um die nähere Umgebung zu erkunden.

Eine wichtige Entdeckung war der Supermarkt in Hotelnähe, der für diverse Besorgungen noch wichtig werden sollte. Und da sich Hunger einstellte, machten wir uns auch auf die Suche nach einem Restaurant. Das war ohne ausreichende Kenntnisse der Landessprache gar nicht so einfach. Ein Laden mit der Aufschrift "Italian Cuisina", frei übersetzt "italienische Küche" erwies sich zum Beispiel erst bei näherem Hinsehen als ein Fachgeschäft für italienische Küchenausstattung. Ne, selber kochen wollten wir nicht. Also ging die Suche weiter.

Nur zwei Kreuzungen weiter wurden wir endlich fündig. Und dieses Restaurant, eine Pizzeria unter chinesischer Leitung, erwies sich als Volltreffer. Günstige Preise für Bier und Essen! Was wollten wir mehr. Die schweineleckere Pizza für 5 € und das Bier in 0,66-Liter-Flasche für 2,50 € waren genau das, was wir jetzt brauchten. Nur Hotte war nicht so ganz zufrieden. Gerne hätte er lieber wie ich auch eine Frutti-Mare-Pizza bestellt, die er sehnsüchtig anstarrte. Und der Pizzabelag starrte zurück. Hotte, du wirst noch der Experte für Meeresfrüchte und Fischgerichte!

Unser Fremdsprachenexperte Kai, der in der Lage ist, jede Fremdsprache innerhalb von fünf Minuten zu erlernen, zeigte hier seine Künste. Die Kellnerin konnte sich auf seine Bemerkung, die ihm seine Übersetzungs-App übersetzt hatte, "Bella uscita, bella donna" ein Lachen nicht verkneifen. Zum Abschluß des Restaurant-Besuchs gab es eine Flasche Zitronenlikör auf Kosten des Hauses. Diesen Laden mussten wir uns merken. Bevor wir zum Hotel zurückkehrten, versorgten wir uns im Supermarkt mit diversen Getränken. Mit Dosenbier und Gin-Tonic wollten wir den Nachmittag gestalten.

Jetzt konnten wir endlich unsere Zimmer beziehen. Der erste Anblick des Hotels aus der Ferne hatte uns zum Glück getäuscht. Die Zimmer waren gut und sauber. Teilweise ausgestattet mit Küchenzeile und Kühlschrank. Als erstes wurde die Dekoration durchgeführt und die mitgebrachten Mini-Banner am Balkon angebracht. Auch akustisch machten wir uns bemerkbar, so dass die Nachbarschaft jetzt wusste, dass Gladbachfans vor Ort waren.

 

Die Dosenbier-Party zog sich bis in den späten Nachmittag hin, bis wir uns entschlossen, endlich mal in Richtung Turiner Partymeile aufzubrechen. Dazu bestellten wir zwei Taxis. Leider klappte die Kommunikation mit den Fahrern diesmal überhaupt nicht und wir verloren uns im Verkehrschaos des Feierabendverkehrs. So landeten Kai, Nebelhorn und ich an einer völlig anderen Stelle irgendwo in Turins Innenstadt. Nun ja, immerhin gab es hier eine Kneipe. Und kaum hatte der Wirt herausgefunden, dass wir Gladbachfans waren, spielte er für uns bekannte Mucke von B.O.! Das nenne ich mal gut vorbereitet!

Nach einem Bier bzw. Gin-Tonic bestellten wir uns erneut ein Taxi, um nach telefonischer Navigation wieder zu den restlichen Leuten hinzuzustoßen, die im Irish Pub "Murphys" auf der Partymeile gelandet waren. Die Fahrt dahin erwies sich als etwas schwierig, weil einer unserer Leute schon etwas Ausfallerscheinungen bekam. Lag es am Gin oder am Bier? Auf jeden Fall war er bis zur Ankunft auf der Partymeile "Corso Vittorio Emanuele II" im Taxi fest eingeschlummert. Das Irish Pub, wo wir die anderen wieder trafen, erwies sich als Volltreffer für Fußballfans. Gute Mucke, Live-Fußball am Bildschirm sowie Snacks und Getränke zu bezahlbaren Preisen sorgten für gute Stimmung. Und bei dem einen oder anderen für Gesichtszüge außer Kontrolle.

 

Schon jetzt, am Vorabend des Spiels der Borussia, war diese Kneipe fest in Gladbacher Hand. Auch andere Fanclubs hatten bereits den Weg hierhin gefunden. Und gemeinsam wurde auch das eine oder andere Liedchen geträllert.

Als sich irgendwann die Ausfallerscheinungen verstärkten, verließen wir die Kneipe und zogen weiter. Die meisten hatten noch Hunger und wir enterten eine Hamburger-Bude. Dort wurden wir so richtig mit den Preisen übers Ohr gehauen. 12 Euro für einen mittelprächtigen Hamburger mit Pommes? Geht ja gar nicht! Zum Glück hatte ich schon zuvor im "Murphys" einen besseren Hamburger für weniger Geld gegessen. So blieb zumindest mir dieser überteuerte Snack erspart. Den Auftritt des Abends lieferte dann noch Chefübersetzer Kai, als er sich ein ebenfalls überteuertes Bier-Wein-Mischgetränk andrehen ließ und das auf Ex wegzog. Baaah, da wurde man schon beim Zusehen besoffen.

Jetzt wurde es Zeit, ins Hotel zu kommen. Wie schon erprobt, geschah das mit zwei Taxis. Aber wieder nicht ohne Kommunikationsprobleme. Die zweite Taxibesetzung ließ doch ziemlich auf sich warten. Aber irgendwann trafen sie dann doch ein. Schnell waren dann alle in den Zimmern verschwunden. Ein langer, ereignisreicher Tag war zu Ende. Was würde der nächste Tag bringen?

Am Morgen des Spieltags wurde erst mal ausgiebig gefrühstückt. Für italienische Verhältnisse war das Frühstücksbuffet ganz ok. Sogar Schinken und Käse fand sich. Nur die Brötchen sind so naja. Immerhin gab es leckere Croissants. Und nachdem wir die richtige Taste am Automat gefunden hatten, hatten wir auch guten Kaffee.

Im Supermarkt wurden dann noch die Vorräte aufgefrischt und schon wieder waren wir im Taxi unterwegs in Richtung "Corso Vittorio Emanuele II", in diesen Tagen für uns der Mittelpunkt des Universums. Hier war jetzt schon mehr los. Bereits am späten Vormittag waren viele Gladbachfans eingetroffen und drängten in die beiden Irish Pubs, die so ziemlich einzigen für Fußballfans geeigneten Kneipen der Partymeile. Am Vorabend hatten wir die erste Kneipe schon kennengelernt. Also testeten wir heute die zweite, das "Shamrocks". Im Obergeschoss fand sich tatsächlich noch ein freier Tisch, wo wir unser frisch gezapftes Bier genießen konnten.

Jetzt wurde der Laden nach und nach immer voller. Viele bekannte Gesichter sah man jetzt hier, darunter auch ein paar Leute vom Marburger Fanclub, mit dem ich vor drei Jahren in Marseille war. Und wir machten uns wieder auf den Weg, um weitere Lokalitäten zu erkunden. Nur, es gab keine. Außer dem "Murphys" natürlich. Das war mittlerweile total überfüllt. Und auch auf der Straße davor war auch für Autos kein Durchkommen mehr. Die Leute vom Sonderzug bevölkerten jetzt den Straßenzug. Und der Wirt hatte die Gunst der Stunde erkannt und den Bierpreis auf fünf Euro angehoben. Dieses Gedränge wollten wir uns aber nicht unbedingt antun und wir beschlossen, uns etwas Kulturprogramm anzutun und endlich mal den Fluss zu Gesicht zu bekommen, der die Stadt durchquert. Den Po. Unser Kulturbeauftragter Hotte versagte aber auf Nachfrage zu den Statuen auf ganzer Linie und konnte uns leider keine Infos liefern. Er war wohl schlecht vorbereitet.

Statuen an der Brücke über den Po

 

Der Po. Oder auch der Arsch von Turin

 

Auf der anderen Seite der Brücke schien die Partymeile zu Ende zu sein. Lediglich zwei kleinere Restaurants fanden wir dort noch. Aber zunächst mussten wir uns darum kümmern, unsere Biervorräte aufzufrischen. Denn wir hatten am Ufer ein schönes grünes Fleckchen erspäht, was zum Picknick einlud. Nur wie sollten wir hier in dem Wohngebiet einen Supermarkt finden? Aber wir hatten ja Kai dabei, der mittlerweile die Kommunikation mit den Einheimischen perfekt beherrschte. Und tatsächlich fanden wir einen etwas versteckt liegenden Supermarkt, wo wir uns mit den benötigten Vorräten eindecken konnten.

Kai sorgte dort für schallendes Gelächter. Um die Wirkung der Gin-Tonic-Mischung einzudämmen, kaufte er sich eine Viererpackung Thunfisch. Nur wie diese verzehren? Erst nach mehreren Versuchen und Gesten mit Händen und Füßen hatte das Personal des Markts seine Frage nach Plastikgabeln verstanden. Zufällig war eine Kundin vor Ort, die deutsch verstand. Sie meinte nur, heute könnten die Deutschen mal zeigen, wie schlau sie doch sind. Unser Kommentar dazu ganz trocken: "Da sind wir nicht unbedingt die richtigen." Zum Ufer war es nicht weit. Vollgepackt mit Dosenbier und Thunfisch erreichten wir den grünen Fleck und es wir hatten jetzt Zeit zum Chillen und Vorglühen. Hotte hatte viel zu erzählen zu seinen persönlichen Vorlieben: Fahrradfahren und Fisch essen!

Mittlerweile hatte sich bei uns Hunger eingestellt. So gingen wir in eines der Restaurants in Containerbauweise unweit der Brücke. Es gab Bier aus Weingläsern und leider nur ein Tagesgericht. Spaghetti mit Tomatensoße und Parmesan. Schmeckte wie aus dem Eimer. Aber man kann ja nicht immer Glück haben. Die Preise waren hier ziemlich gesalzen. Im Gegensatz zu den Nudeln.

 

Mehr schlecht als recht gesättigt zogen wir es vor, die wenig gastliche Stätte alsbald wieder zu verlassen. Immer noch hatten wir reichlich Zeit bis zum Spiel. Und erneut statteten wir dem Supermarkt "Pam Express" einen Besuch ab. Soviel Bierumsatz hatte dieser wohl noch nie. Und das stets freundliche Personal hatte für uns auch noch ein paar hilfreiche Tipps parat.

 

Und wieder suchten wir uns einen Platz am Ufer, diesmal an einer Treppe, wo man besser sitzen konnte. Und das Vorglühen ging weiter.

 

So langsam wurde es Zeit, in Richtung Stadion aufzubrechen. Und das lag am anderen Ende der Stadt. An der Brücke angekommen, berichteten uns andere Gladbachfans, dass am Abfahrtplatz der Shuttlebusse schon jetzt das blanke Chaos herrschte. Also wurde wieder umgeplant. Erneut ging es zum Supermarkt. Und von da aus bestellten wir uns wieder zwei Taxis. Nicht, ohne zum letzten mal die Vorräte aufzufrischen. Schnell waren die Taxis da und nach einer ziemlich endlosen Fahrt durch den Feierabendverkehr der Metropole erreichten wir den Nahbereich des Stadions.

Schon in alter Tradition hatten wir uns während der Fahrt aus den Augen verloren und es dauerte etwas, bis wir uns wiedergefunden hatten. Die Wartezeit bis zur Öffnung des Stadions nutzten wir, um uns an einer der zahlreichen Imbissbuden zu stärken. Die Hamburgersandwiches waren lecker. Und viel besser als die Nudeln vom Nachmittag. Nur die Preise für Flaschenbier hatten es hier in sich. Fünf Euro für ein Stuppi! Die haben wohl einen Schatten!

Immer noch waren die Tore nicht geöffnet. Und wir hatten Brand! Im Stadion würde es kein Bier geben. Fatalerweise stellte sich heraus, dass die letzten Vorräte an Absturzbeschleuniger im Taxi liegengeblieben waren. Aber es war vielleicht besser so. Hätten wir den Wodka noch getrunken, wäre es für den einen oder anderen am Eingang problematisch geworden. Denn es erwartete uns ein großes Aufgebot an Polizei und weiteren Ordnungshütern.

Mehrfach und gründlich war die Einlasskontrolle. Die meisten Raucher hatten Pech, weil fast alle Feuerzeuge beschlagnahmt wurden. Und wo nicht serselbe Name auf Eintrittskarte und Ausweis stand, kamen die Leute erst gar nicht rein. Ansonsten war bei uns alles im grünen Bereich und wir durften das Stadion betreten. Nur Thilo wurde kurz aufgehalten und er musste seine Sicherungskette für seine Geldbörse abgeben. Irgendwie lächerlich. Ist ja so gefährlich, so ein Kettchen. Der Zugang zum Gästeblock führte vorbei an nur einem kleinen vergitterten Getränkeverkaufstand. Weil es sowieso kein richtiges Bier hier gab, war der für uns aber uninteressant. Durch einen ziemlinch langen kahlen weißen Gang gelangten wir dann in den Block.

Das Stadion ist ein Schmuckstück. Die Konstruktion der Tribünen ist ähnlich wie die von unserem Stadion, nur die Ränge sind etwas steiler. Es war freie Platzwahl. Wir entschieden uns für ein Plätzchen links im Block ohne störende Glasbande wie in einigen anderen Bereichen des Blocks. Im Nachhinein gesehen war es eine gute Entscheidung, denn genau dieser Bereich des Gästeblock sollte bei der Fernsehübertragung immer wieder eingeblendet werden und wir waren gut im Bild.

Der Block füllte sich, die Mannschaften machten sich warm und die Stimmung war von Beginn an einfach nur geil. Jetzt konnte es losgehen.

Die Stimmung beim Abspielen der Championsleage-Hymne und dem Einlaufen der Mannschaften zauberte bei einigen ein Erpelkostüm. Die Juve-Fans machten mächtig Lärm von allen Tribünen. Und die Gladbachfans sowieso.

 

In der ersten Hälfte konnte Borussia ganz gut mithalten. Es gelang gut, die Superstars von Juventus vom Tor fernzuhalten und nur selten wurde es gefährlich. Die meisten Schüsse verfehlten das Tor. Und wir haben ja auch einen Sommer im Tor. Offensiv traute sich Borussia auch gelegentlich was zu und hatte ein paar Abschlüsse, die aber relativ harmlos verpufften. Auch ein paar Ecken brachten nichts ein. Das 0:0 zur Pause war durchaus verdient. Und die Stimmung im Gladbacher Block war nach wie vor europapokalwürdig.

In der Halbzeit kamen dann auf unseren Handys haufenweise Benachrichtigungen und Screenshots an, dass wir im Fernsehen gut im Bilde waren. Vielen Dank an die Lieben in der Heimat für eure Aufmerksamkeit! :-)

In Halbzeit zwei konnte Borussia sich kaum noch befreien. Aber defensiv wurde gut gearbeitet und Juve hatte kaum zwingende Chancen. Mit Distanzschüssen war Sommer heute nicht zu bezwingen und Juve verzweifelte fast an Borussias Deckungsbollwerk. Nur offensiv hätten wir uns etwas mehr Aktionen gewünscht. Denn da lief jetzt gar nichts mehr. Aber egal. Mit viel Kampf und Leidenschaft erkämpfte sich Borussia am Ende mit dem 0:0 einen verdienten Punkt, dem ersten in der Championsleague.

Wenn das nicht ein Grund zum Feiern war! Minutenlang verweilte die Mannschaft vorm Gästeblock, um sich für die Unterstützung zu bedanken und feierte zusammen mit uns Fans den erkämpften Punkt.

Wie üblich wurden wir noch einige Zeit im Gästeblock festgehalten, bis der Rest des Stadions leer war. Es war Zeit für Wechselgesänge mit Borussen auf den anderen Tribünen. Und auch Gelegenheit für Schnappschüsse.

Irgendwann wurden dann der Ausgang geöffnet und wir durften uns wieder durch den langen Gang nach draußen quetschen. Wie wollten wir jetzt den weiteren Abend gestalten? Zunächst konnten wir uns am Imbiss stärken. Aber wie schon erwähnt, zu stolzen Preisen. Und wir konnten uns mit Fanartikeln eindecken. Schön war auch der Blick in Richtung Stadion bei Nacht.

Wir beschlossen, uns zu Fuß in Richtung Hotel auf den Weg zu machen und dann Taxis anzuhalten. Und das gelang uns auch nach einer Viertelstunde. Vom Hotel aus machten wir uns dann aber wieder direkt auf den Weg zur nahegelegenen Pizzeria, wo wir schon am Vortag waren. Und siehe da: Sie hatte tatsächlich trotz vorgerückter Stunde noch geöffnet. Und sogar der Ofen war noch an, so dass wir uns noch eine Mitternachtspizza und ein paar 0,66er Biergranaten einverleiben konnten. Hotte präsentierte sich in neuem Outfit mit Juve-Perücke. Aber auch Holger stand sie gut.

 

So sehr lange blieben wir aber nicht mehr, denn der eine oder andere war doch schon sehr angeschlagen und wir gingen zum Hotel zurück. Augenpflege. Gute Nacht!

Der nächste Morgen startete mit schönem Wetter und Fernsicht bis zu den Alpen. Nach dem Frühstück und dem Auschecken im Hotel fuhren wir wieder mit dem Bus nach Mailand, wo wir noch Zeit hatten, die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden. Da wir sowieso in der Nähe ankamen, nahmen wir das San Siro Stadion als erstes für ein paar Schnappschüsse in Angriff.

Per U-Bahn fuhren wir dann in die Innenstadt, um uns den Dom und die Galleria Vittorio Emanuele II anzusehen. Der Name kam uns doch bekannt vor...

Hier am Domplatz war viel Betrieb und die Restaurants überfüllt. Und uns hing der Magen an den Kniekehlen. In den Nebenstraßen sollte doch eher für uns ein Restaurant zu finden sein, wo wir Platz finden würden. Letztendlich stärkten wir uns in indischen und türkischen Imbissbuden. Italienisch wurde es im Anschluss, als wir in einem Café noch einen richtig guten Capucchino genießen konnten. Jetzt wurde es auch so langsam Zeit, sich von der schönen Stadt zu verabschieden.

Den Weg zum Flughafen machten wir dann mit dem Zug. Der nannte sich zwar Express, hielt aber trotzdem an jedem Misthaufen und brauchte für die 45 Kilometer fast eine Stunde. Um halb neun am Abend hoben wir dann wieder ab und landeten eine Stunde später wieder in der Nähe des Beklopptenkaffs. Es war Zeit, sich zu verabschieden. Den Rest der Strecke legten wir wieder mit den Autos zurück. Drei ereignisreiche Tage und eine Supertour lag hinter uns. Und Borussia hat sich beim ruhmreichen Club in Turin achtbar geschlagen und den ersten Punkt geholt. Ich freue mich auf weitere Touren dieser Art.