Ist das hier die Übungshalle?

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Bundesliga, 19. Spieltag: Borussia - Freiburch 3:0

Heute bildeten sich mal wieder ganz neue Fahrgemeinschaften. Zusammen mit Omi bestieg ich die Kutsche von Mr. und Mrs. Scratch. Auf Aggertal trafen wir auf die nächste neue Fahrgemeinschaft. Becker60 hatte eine junge Dame, deren Namen ich vergessen habe, seine Nachbarin, dabei. Erstmals würde sie im Stadion ein Spiel der Borussia sehen. Auch mit dabei war eine gewisse Frau Ütsch. Auch sie war heute das erste Mal im Stadion, behauptete sie. Gerüchten zufolge, die von älteren Mitgliedern  des Fanclubs stammten, stimmte das nicht so ganz. War sie nicht früher schon mal dabei gewesen? Wir waren uns nicht so ganz sicher.

Im Borussia-Park angekommen, ging das Rätselraten weiter. Bei der Ankunft der beiden "Neulinge" kam die Frage auf: "Ist das hier die Übungshalle?" Nein, Frau Ütsch, das Trainingsgelände ist hinter der Haupttribüne. Das hier ist das Stadion! Willkommen zurück, Frau Ütsch! Schön, dass du wieder da bist! Mehr und mehr Leute der Borussenfestung trafen jetzt ein. Es war schon fast rekordverdächtig, wieviel Leute wir jetzt schon sind. Nur der Präsi fehlte heute erneut. Sollte es heute wieder einen Sieg geben, wissen wir endgültig die Ursache für die Krise der Hinrunde.

Etwas mehr als 47.000 Zuschauer wollten heute das erste Heimspiel des Jahres sehen. Lücken gab es hauptsächlich im Gästeblock und im Oberrang der Haupttribüne. Die Nordkurve war wie immer gut gefüllt. Und heute setzten die Ultras mal wieder besonders viele große Fahnen ein. Vor und nach Spiel ist das ja ok. Aber solange das Spiel läuft? Das Thema hatten wir schon öfters. Es ist dann schon mal schwierig, das Spielgeschehen zu verfolgen.

Das Spiel gestaltete sich wie erwartet schwierig, denn die Freiburger waren ein unbequemer Gegner, der in der ersten Halbzeit die besseren Chancen hatte. Borussia konnte sich kaum mal in der Offensive durchsetzen. Einmal verfehlte Raffael das Tor klar. Auch zielte Christensen am Tor vorbei, nachdem der Ball sich in Flipper-Manier durch den Strafraum bewegt hatte. Ansonsten war es ein eher müder Kick, bei dem sich die Mannschaften weitgehend neutralisierten. So ging das torlose Unentschieden zur Halbzeit in Ordnung.

In der zweiten Hälfte hatte Borussia zu Beginn etwas Glück, weil die Breisgauer mehrere Chancen nicht nutzten. Danach war es wieder ein zähes Ringen. Es war klar, dass eine gute Aktion oder ein Fehler dieses Spiel heute entscheiden könnte. Nur auf welcher Seite das passieren würde, war nach einer gespielten Stunde noch nicht klar. Die klarste Chance hatte zunächst Raffael nach einem Querschläger in der Freiburger Abwehr, setzte aber, etwas überrascht, den Kopfball über das Tor.

Wenige Minuten später war es dann aber soweit. Der eingewechselte Johnson köpfte einen Abschlag des Freiburger Torwarts in den Lauf von Stindl. Der umspielte seinen Gegenspieler und schlenzte den Ball aus zwanzig Metern an den Innenpfosten und von da aus zum 1:0 ins Tor! Jaaaaaaaaa! Solche Tore macht nur Stindl! Endlich war dieser Abwehrriegel geknackt!

Jetzt lief Borussias Angriffsmaschine. Nur fünf Minuten nach der Führung spielte Stindl einen Pass in die Tiefe, den Raffael zu dem durchgestarteten Dahoud durchrutschen ließ. Der passte unter Bedrängnis quer und der mitgelaufene Raffael konnte zum 2:0 einnetzen! Jetzt war das Spiel entschieden, obwohl Freiburg nie aufgab und es immer wieder versuchte. Wirklich gefährlich wurde es aber nicht mehr.

In der Nachspielzeit war es dann wie im Traum. Herrmann wurde nach dreimonatiger Verletzungspause eingewechselt und erzielte nur zwei Minuten danach mit einem etwas abgefälschten Schuss das 3:0, nachdem Hazard ihm den Ball mit einem traumhaften Querpass serviert hatte. Wurde da beim Torjubel das eine oder andere Tränchen ausgequetscht? So schön musste dieses Spiel heute enden. Direkt danach war Schluss. Es war heute ein hart erkämpfter Arbeitssieg gegen einen starken Gegner aus Freiburg, der nur deshalb verlor, weil er die eigenen Chancen nicht genutzt hatte. Für Borussia war der Sieg durchaus verdient, wenn auch vielleicht etwas zu hoch. Aber egal. Das 3:0 nehmen wir gerne mit.

Der Sieg wurde wie immer von der Kurve gefeiert. Danach hielt mich mich nicht mehr lange dort auf, weil Familie Scratch schnell zurück wollte, weil sie wohl noch was anderes am Abend geplant hatten. So geschah es, dass wir in Rekordzeit schon wieder in Siegen ankamen, nämlich etwa um zwanzig nach sieben am Abend.

Nur was macht man mit so einem angefangenen Abend. Omi und ich beschlossen, noch ihrer Stammkneipe in Siegens Oberstadt einen Besuch abzustatten, nachdem Mr. Scratch uns da rausgelassen hatte. Und wer saß da? Ein paar Leute der Borussenfestung, die heute nicht vor Ort gewesen waren! Wolle und Familie Heinrich saßen am Knobeltisch. Der Abend konnte noch lustig werden. Ein paar Runden wurden ausgewürfelt. Ich habe das Spiel immer noch nicht verstanden. Aber verloren habe ich dabei nie. Und das seit 30 Jahren! Auch heute war das so. Dabei hatte ich sie vorgewarnt.

Omi hatte dann irgendwann ausreichende Bettschwere. Und auch ich verabschiedete mich kurz danach. Es war mal wieder eine andere Art von Tour zu einem Heimspiel. Egal, wie oft man schon da war. Immer wieder erlebt man etwas Neues.

 

Endlich wieder!

 Schöner Bericht Dino! Freu mich auch, wieder dabei zu können!

 Hab Euch vermisst