Hände nach oben - Fahne runter! - Gedanken zum Heimsieg gegen Mainz 05

Bild von Gandalf

 

VfL Borussia - FSV Mainz 05
4:0 (1:0)

 

Es war ein besonderes Spiel im Borussiapark, nicht nur, weil sich zahllose Festungsleute bereits auf Aggertal trafen, sondern auch, weil Borussia sich mit dem klaren Sieg den besten Saisonstart seit sieben Jahren gegönnt hat. Und doch hatte der Abend einen faden Beigeschmack, denn vom Spiel sah ich so gut wie nichts.

So gut wie jeden Zweikampf im Mittelfeld verpassten wir, im Block 15 stehend, wegen einer einzigen Fahne, die (fast) permanent geschwenkt wurde. Auch bei allen Angriffen der ersten Hälfte über links konnten wir nur spekulieren. Dabei hatte es gegen Frankfurt doch so gut funktioniert: Freie Sicht, bis auf die paar Minuten nach den Anpfiffen zur beiden Halbzeiten.

Sicherlich, es gibt immer und überall Leute, die grundsätzlich jede Fahne, die die Sicht einschränkt, kritisieren. Ich hatte gegen Frankfurt denjenigen gegenüber argumentiert, dass gleich freie Sicht herrschen würde, was dann ja auch geschah. So war es ja auch im Spätsommer zwischen den einzelnen Fangruppen miteinander kommuniziert worden. Und ich dachte, es würde beim Mainzspiel genauso gut funzen wie gegen Frankfurt. Aber die Burschen in der zweiten Reihe unter uns im Block 16 links bewiesen echte Kondition.

Dass auf Zwischenrufe aus den mittleren Rängen der unteren Nordkurve von Seiten der tonangebenden Zuschauern überhaupt nicht, und wenn, dann nur mit Häme und Unverständnis reagiert wird, ja, daran haben wir uns ja alle mittlerweile gewöhnt. Ich dachte, ich probiere es mal mit Freundlichkeit, und pflege in den Zwischenruf mal ein „Bitte“ und ein „Danke schön“ ein... Fehlanzeige. Offensichtlich kommen manche Zeitgenossen mit diesen Begriffen nicht mehr klar. Oder wissen nicht, was diese bedeuten. Ich will hier grundsätzlich nicht die Ultras generell den hier beschriebenen Missstand ankreiden, das will ich hier in aller Deutlichkeit sagen! Ich weiß auch gar nicht, zu welcher Gruppierung diese Fahnenschwenker gehören.

Manchmal hatte ich das Gefühl, ich schaue ein Fußballspiel mit einer Zwei-Hertz-Technik. Denn kaum hatte ich eine Szene erhaschen können, war wieder die Fahne da, um im nächsten Moment vielleicht wieder für eine halbe Sekunde den Blick frei zugeben. Als ich mir, zu Hause angekommen, das Spiel noch im TV ansah, hatte ich das Gefühl, ein Spiel gesehen zu haben, wo ich irgendwie nicht dabei war.

Mir gehen so einige Gedanken durch den Kopf. Wer mich kennt weiß, dass ich lauthals mitschreie, -singe und anfreuere. Zwar nicht permanent, aber doch aktiv. Aber warum sollte ich supporten, wenn mir die Sicht versperrt wird?

Mir ist schon klar, dass man entgegnen kann: dann such dir doch einen anderen Platz! Aber wir sind auch an die zwanzig Leute, die sich sehr gut kennen und sich teils auch angefreundet haben. Ich stehe mit einigen von ihnen seit Anbeginn des Borussiaparks im Block 15 an derselben Stelle. Warum respektiert man nicht auch diese Tradition? Eine immerhin über 14 Jahre währende Tradition. Warum fordert man Respekt vor sich selber und vor die recht junge aber trotzdem intensive eigene Tradtion ein und tritt die Tradition anderer mit Füßen? Aber sollen wir vielleicht von dort verdrängt werden? Vielleicht denkt wirklich der eine oder andere so. Fakt ist, dass einige in unserer Gruppe den Platz schon verlassen haben, und andere werden wohl folgen. Aber ich bin mir sicher: Die große Masse will die Vielfalt in der Kurve. Auch weiter unten, da bin ich mir sicher! 

Und zum Spiel? Anfangs hatte ich überlegt, ich pflege hier aus Gag einen älteren Spielbericht ein, denn gesehen habe ich ja so gut wie überhaupt nix.

Genießt die Fotos, so wir ich die vier Tore, das Ergebnis und anschließend das Spiel im Fernseher genossen habe!

 

Bei Szenen auf der Mitte des Platzes kann man trotz guter Stimmung nur spekulieren.

 

 

Ein geiler Pass auf Plea, aber was passiert danach...? (links)     Schöner Angriff über links, Hazard flankt. Und dann? (rechts)

 

 

Da gabs kein Durchkommen. Weder für unsere Fohlen noch für mein Auge  -  Auch in der 2. Hälfte kein Durchblick (rechts)