Gandalf, die alte Schlange

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Bundesliga, 17. Spieltag: Darmstadt - Borussia 0:0

 

Soweit ich mich erinnere, war es das erste mal, dass der letzte Spieltag der Hinrunde erst nach der Winterpause gespielt wurde. Bei Eiseskälte machten wir uns mit der Bahn auf den Weg nach Hessen. Mit dabei waren Tine & Gandalf, Ali & Osram und meine Wenigkeit. Überraschenderweise gesellten sich auch Yannick und Simon dazu, die sich auf anderen Wegen noch Karten besorgt hatten. Die beiden waren für die heutige Tour das Tüpfelchen auf dem i, denn sie waren sehr gut drauf, wie sich zeigen sollte.

In Darmstadt angekommen, trennten sich zunächst die Wege. Gandalf und Tine wollten noch jemanden in der Stadt treffen. Und der Rest machte sich notgedrungen per Shuttlebus schon jetzt auf den Weg zum Stadion, obwohl es noch sehr früh war. Grund war ein Streik der regionalen Verkehrsbetriebe. Es fuhren weder Busse noch Straßenbahnen. Und das seltsam zahlreiche Polizeiaufgebot ließ uns nicht in Richtung Stadt aus dem Bahnhof, sondern nur zu den gecharterten Shuttlebussen. Und ständig hatten wir das Magenknurren von Ali in den Ohren, der unbedingt vor dem Spiel noch was essen wollte. Für heute musste der Imbiss vor dem Gästeeingang am Stadion mal genügen. Ansonsten gab es nämlich an Gastronomie in Stadionnähe gar nichts.

Nach relativ oberflächlichen Eingangskontrollen suchten wir uns einen guten Platz im Gästeblock. Naja, gut war der ganze Gästeblock heute nicht. Die heute sehr tiefstehende Sonne machte es ziemlich schwierig, das Geschehen auf dem Rasen zu verfolgen. Im Block trafen wir dann auch den Rest der Borussenfestung, die mit dem Auto angereist waren, Herrr Assauer und Dennis, den Vogel aus dem bergischen Land. Simon und Yannick hatten Karten für die neue Sitztrübüne hinter dem Tor.

Das altehrwürdige Stadion am Böllenfalltor war natürlich ausverkauft. Mit Spannung wurde dem Anpfiff entgegengefiebert. Würde der Start ins neue Jahr gelingen? Für Borussia wurde es Zeit, wieder spielerisch in die Spur zu kommen und zu punkten. Und für die Gastgeber war als Tabellenletzter sowieso Abstiegskampf pur angesagt.

Die Stimmung im Block war so naja. Irgendwie waren die selbsternannten Stimmungsmacher unten im Block heute nicht wirklich gut drauf. Wenn etwas ging in Sachen Support, dann kam es meistens von den Old School Fans weiter oben im Block. Haben da ein paar Möchtegern-Ultras nach einer beschissenen Hinrunde schon die Hose voll und kriegen den Mund nicht mehr auf? Für diese Leute sei gesagt: Geht zu den Bazies! Die gewinnen garantiert immer!

Borussia begann das Spiel druckvoll und war in der Anfangsphase überlegen. Dabei gab es mehrere gute Gelegenheiten, in Führung zu gehen. Die beste vergab Raffael, der aus kurzer Entfernung den Ball nicht am Torwart vorbei spielen konnte. Mit zunehmender Spieldauer verflachte das Spiel aber und es war nun ein gegenseitiges Belauern und Neutralisieren. Nicht sonderlich schön anzuschauen. Immerhin stand Borussias Abwehr weitgehend sicher. Bis auf einen kurzen Wackler von Sommer, der ohne Folgen blieb, war keine Gefahr für unser Tor gegeben.

Auch in der zweiten Hälfte wurde das Spiel nicht besser. Borussia war das bessere der beiden Teams. Nur der wirkliche Wille, das Spiel gewinnen zu wollen, fehlte heute. Trotzdem hätte es beinahe geklappt, aber der Schuss von Hazard traf leider nur den Pfosten. Am Ende war es ein für die Gastgeber glückliches torloses Unentschieden. Für Borussia hatte es mal wieder nicht sollen sein. Mit etwas mehr Einsatz und etwas Glück im Abschluss wäre hier heute ein Sieg durchaus drin gewesen. Aber naja. Es war das erste Spiel unter dem neuen Trainer Hecking. Da konnte man nicht erwarten, dass schon alles rund läuft. Die nächsten Wochen sollten dann aber doch einen Aufwärtstrend zeigen.

Mittlerweile war es dann nach dem Sonnenuntergang doch ziemlich frisch geworden. Ohne große Verzögerungen erreichten wir wieder per Shuttlebus den Darmstädter Hauptbahnhof. Dort mussten wir lediglich mal kurz auf Ali warten, der sich was zu Mampfen besorgen wollte. Schon erstaunlich, was der verdrücken kann. Immer hungrig wie eine siebenköpfige Raupe! Schließlich konnte es dann losgehen und wir nahmen den nächsten Zug in Richtung Heimat.

Highlight der Rückfahrt war der spontane Singsang von Yannick und Simon. Wie es dazu kam, fragt sie am besten selbst. Auf jeden Fall trällerten sie eine Huldigung für unseren Präsi, der sich sehr geehrt fühlte.  Den Text müssen wir noch etwas einstudieren, dann wird das auf der anstehenden Tour nach Leprakusen mit einer Wiederholung bestimmt klappen:

"Gandalf, die alte Schlange, keiner kann so gut und so lange! Keiner kann so tief, so intensiv wie Gandalf, die alte Schlange!"

Mal abgesehen von dem eher dürftigen Fußballspiel war es heute mal wieder eine gelungene Auswärtsfahrt. Die nächste wird nicht lange auf sich warten lassen.