Feuerwerk am Mittwochabend

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Bundesliga, 24. Spieltag: Borussia - Vaueffbeh Studdgard 4:0

Am heutigen Spieltag der englischen Woche waren die Spätzlekicker aus Stuttgart zu Gast. Das miese, windige Regenwetter lud zwar nicht zum Fußballgucken ein, aber was unsere Spieler ertragen müssen, sollte auch für uns Fans kein Problem sein. Außerdem gibt es eigentlich kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte oder unpassende Kleidung.

Rund 44.000 Zuschauer waren heute da. Für ein Spiel am Mittwoch gar nicht mal so schlecht. Auch der Stehblock der Gäste war ganz ordentlich gefüllt. Der Buskonvoy der Stuttgarter Ultras war uns bereits auf der Hinfahrt an der Raststätte Bedburger Land begegnet. In der Nordkurve waren doch einige Lücken zu erspähen. Die Schönwetterfans waren mal wieder zuhause geblieben. Die Stimmung war durchaus brauchbar, aber ausbaufähig. Die neuen Zaunkönige machten ihre Sache ganz ordentlich. Es wurden weniger die Ultra-Endlosschleifen angestimmt, sondern mehr die spielbezogenen Oldschool-Gesänge. Auch das Großfahnen-Gewedel hielt sich in Grenzen, so daß man das Spiel gut verfolgen konnte.

Das Spiel wurde eines der besten der Saison. Von Beginn an ließ Borussia keinen Zweifel daran aufkommen, wer das Spiel als Sieger verlassen sollte. Nach einer kurzen Abtastphase zündete Borussia ein offensives Feuerwerk. Zunächst wurden aber die Chancen vergeben. In der 16. Minute war dann aber die Führung fällig. Johnson setzte sich nach einem Diagonalpass von Nordtveit auf dem rechten Flügel durch und legte quer auf Hazard, der unbedrängt zum 1:0 einschieben konnte.

Borussia agierte heute sehr bissig in den Zweikämpfen und die Gäste hatten kaum Luft zum Atmen. Kaum waren die Schwaben mal im Ballbesitz, wurden der Ball zumeist sofort zurückerobert. Außer einem harmlosen Kopfball hatte Stuttgart in der ersten Hälfte gar nichts zu bieten.

Und weiter ging das Chancenfeuerwerk der Borussen. In der 36. Minute verfehlt Stindl nur knapp das Tor. Nur wenig später wird Raffael in letzter Sekunde am Torschuss gehindert und abgedrängt. Die größte Chance, noch vor der Pause zu erhöhen, hatte erneut Hazard, als er zunächst per Direktabnahme die Latte traf und im Nachschuss am Torwart scheiterte. Es hätte locker schon 4:0 stehen können. Aber nur  mit der knappen Führung von 1:0 ging es in die Pause.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit versuchten die Stuttgarter, zurück ins Spiel zu kommen und hatten ein paar starke Minuten. Aber außer einem Kopfball, den Sommer ohne Probleme halten konnte, waren keine gefährlichen Angriffe zu vermerken. Borussia übernahm aber wieder schnell die Spielkontrolle und machte weiter mit dem Angriffsfeuerwerk. Zunächst verfehlte Stindl nach Zuspiel von Johnson das Tor. Weiterhin zeigten unsere Spieler eine hervorragende Zweikamofführung. Und weitere Chancen wurden erspielt. Hazard schickte Raffael in der 57. Minute auf die Reise, der aus spitzem Winkel knapp verfehlte. Nur eine Minute später verfehlte Hazard mit seinem Schlenzer knapp am Toreck vorbei seinen Doppelpack.

Und wieder zwei Minuten später durften wir wieder jubeln. Nach einem misslungenen Rückpass eines Stuttgarters zu seinem Torwart schnappte sich Raffael die Kunststoffkugel (Leder ist nicht mehr zeitgemäß) und versenkte diese nach einer Drehung um die eigene Achse zum 2:0 in den Maschen. Jetzt war die Entscheidung wohl gefallen. Und es war der Moment für ein Comeback gekommen. Für Hazard wurde nach fünfmonatiger Verletzungspause Herrmann eingewechselt und von Stadionsprecher Knippi schon mal als Torschütze angekündigt. Und wie recht er damit hatte! Etwas mehr als eine halbe Minute später wurde Herrmann von Dahoud hervorragend freigespielt und erzielte mühelos mit seinem zweiten Ballkontakt das 3:0! Das war ja wie im Fußball-Märchen!

Das Spiel war jetzt gelaufen. Es passierte nicht mehr viel. Bis Herrmann in der Nachspielzeit sich noch mal auf der rechten Angriffseite durchsetze und den Ball eher harmlos nach innen brachte. Gefährlich machte den Ball erst Großkotz Kevin Großkreutz, der den Ball ins eigene Tor bugsierte. Slapstick pur und großes Gelächter! Frustriert über das Missgeschick trat er noch gegen den Pfosten und tat sich dabei weh. Die Nordkurve bedankte sich brav beim Torschützen mit einem lautstarken "Danke, Kevin!"

Direkt danach war Schluss. Zum Feiern vor der Nordkurve wurde Herrmann als Vorsänger gefordert, der die Sache auf dem Zaun ganz gut machte. So stellt man sich ein Comeback vor. Wo ständen wir jetzt, wenn er nicht so lange gefehlt hätte?

Es war eines der besten Spiele der Saison, das leicht hätte höher ausfallen können. Gegen andere Gegner wird eine solche Chancenverwertung auch schon mal bestraft. Aber heute wollen wir mal nicht meckern. Stuttgart war heute in allen Belangen unterlegen. Und Borussia hat heute hochverdient gewonnen. Ein solches Zweikampfverhalten wie heute wünsche ich mir immer. Dann ist mir für den weiteren Saisonverlauf nicht bange.