Die Krise im Keim erstickt

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Bundesliga, 3. Spieltag: Borussia - Wärter Bremen 4:1

Zweimal in Folge hatte Borussia zuletzt verloren. Nach der Pleite in Freiburg war Borussia auch aus Manchester mit leeren Händen zurückgekehrt. Und schon schossen sich die Meckerfans und einige Medien wieder auf Borussia ein, um eine Krise herbei zu reden. Würde sich das auf das heutige Spiel gegen die Fischköppe aus Bremen, die ja wirklich in einer Krise stecken, auswirken? Ich war doch sehr zuversichtlich, dass Borussia heute zu alter Stärke zurückfinden würde.

Natürlich war die Borussenfestung heute wieder in gewohnter Stärke vertreten. Ein Teil zog es vor, heute mit der Bahn anzureisen (Kommentar dazu erwünscht). Ich war heute mit Reinhard gefahren. Ebenfalls dabei waren Steffi M. und ihr Sohn Robin. Auf Aggertal trafen wir dann die Kaffeetrinker-Fraktion der Borussenfestung und stellten erstmals für heute fest: Immer die selben Fressen!

Auch, als wir gerade in Gladbach angekommen waren, liefen uns die selben Fressen schon beim Supermarkt in Stadionnähe wieder über den Weg. Dieser Parkplatz hat sich ja mittlerweile schon zum Geheimtipp als Treffpunkt vor dem Spiel entwickelt. Dort vor dem Spiel einen Döner einzuwerfen oder die Altbiervorräte aufzustocken, ist zur Gewohnheit geworden. So gestärkt kann dann das Spiel losgehen.

Der Borussia-Park war heute ausverkauft. Es waren zwar noch ein paar kleinere Lücken im Sitzplatzbereich des Gästeblocks zu sehen. Aber da hatten wohl ein paar Fischköppe den Weg nicht gefunden. Die Stimmung war ganz ok, wenn auch nicht überragend. Es war halt Bundesliga-Alltag. Das gesangliche Zusammenspiel zwischen Ultras und dem Rest der Nordkurve klappt mittlerweile immer besser. Wenn da die unsägliche sichtbehindernde Fahnenschwenkerei während dem Spiel nicht wäre...

Borussia war anzumerken, dass Wiedergutmachung für die beiden letzten Niederlagen angesagt war und legte los wie die Feuerwehr. Schon in der Anfangsphase waren drei Torchancen zu vermerken. Nur mit Glück konnten die Bremer einen frühen Rückstand verhindern. Aber nur bis zur 11. Minute, als Hazard einen Konter mit einem Flachschuss zum 1:0 abschloss.

Und Borussia legte gegen in dieser Phase total überforderte Bremer schon bald nach. Vestergaard überspielte in der 17. Minute die komplette Abwehr mit einem weiten Pass auf Hazard, der dem Bremer Torwart erneut keine Chance ließ und das 2:0 erzielte. Und weiterhin war die Bremer Abwehr vogelwild. In Slapstick-Manier flipperte der Ball durch den Strafraum. Die Szene endete mit einem Elfmeterpfiff, weil Stindl vom Torwart von den Beinen geholt wurde. Den Elfer jagte Raffael in Minute zwanzig doch ziemlich humorlos zum 3:0 unter die Latte.

Zu unserer Freude war das Spiel jetzt schon so gut wie entschieden. Wenn das so weitergehen würde, könnte es angesichts der unterirdischen Leistung der Bremer zweistellig werden. Offensivaktionen unseres Gegners waren bisher nicht zu verzeichnen und die Abwehr hatte den Namen nicht verdient. Und zunächst ging es auch so weiter. Unbedrängt setzte Stindl sich in der 40. Minute auf der rechten Seite durch und flankte nach innen, wo der ebenso unbedrängte Raffael den Ball annehmen durfte und diesen mit einem Drehschuss zum 4:0 im Tor unterbrachte. Mit diesem hochverdienten Zwischenstand ging es in die Pause.

Nach der Pause schaltete Borussia angesichts der klaren Führung mehrere Gänge zurück. Angesichts des Programms der nächsten Wochen vollkommen verständlich. Ein paar Leistungsträger wurden geschont und ausgewechselt. Dafür durften jetzt mal Spieler ran, die ansonsten nur Stammplätze auf der Reservebank haben. Das führte dazu, dass die Bremer jetzt etwas besser ins Spiel kamen und auch einige Torchancen hatten. Borussia kam nur noch einmal richtig zum Zuge, aber Hazard traf nur den Pfosten. Die Bremer spielten jetzt gut mit und schafften mit einem sehenswerten Volleyschuss den Ehrentreffer. Mehr aber auch nicht. Ansonsten war die Bremer Offensive im Abschluss zu harmlos.

Es war ein am Ende ein hochverdienter Sieg, der gegen einen insgesamt zu harmlosen und überforderten Gegner vielleicht höher hätte ausfallen können. Die zweite Hälfte wurde zwar im Schongang runtergespielt, aber das wollen wir der Mannschaft zugestehen.

Nicht nachvollziehen kann ich die gelegentlichen Pfiffe der Modefans in unseren Reihen, weil nicht mehr alles so flüssig lief wie noch in der ersten Halbzeit. Letztendlich wurde der Sieg souverän eingefahren und da gibt es nichts zu pfeifen! Die Krise wurde im Keim erstickt, bevor sie aufkommen konnte. Und trotzdem hörte man nach dem Spiel immer wieder nörgelnde Stimmen, die mit dem Auftritt der zweiten Hälfte nicht einverstanden waren. Ihr Nörgler, geht doch einfach zu den Bayern! Die gewinnen immer 6:0 oder so und werden auch immer Meister. (Gähn) Ich war mit dem heutigen Spiel zufrieden. Es folgen noch schwere Aufgaben. Da sollte es auch mal gestattet sein, eine frühe klare Führung über die Zeit zu bringen.