Debakel im Ihnetal

Bild von vfldino

Schwarzweißgründonnerstag 2017: Sauerland-Powerland - Borussenfestung (Ergebnis hab ich vergessen)

Endlich war es wieder soweit. Die Sauerländer hatten schon länger mit den Hufen gescharrt, um Revanche für die Niederlagen der letzten zwei Jahre zu nehmen. Wieder hatten wir zur Anreise einen Bus organisiert, der uns ins Ihnetal kutschierte. Nur hatten wir diesmal einen anderen Fahrer, der sich überhaupt nicht auskannte. Zum Glück hatte ich noch mal nachgefragt. Ansonsten hätte er uns zum Attendorner Sportplatz gefahren. Der Sportplatz Ihnetal liegt ja wirklich etwas versteckt und fast am Arsch der Welt. Die Vorteile sind bekannt. Man kann sich so richtig lautstark austoben, ohne dass sich jemand darüber beschwert. Zu den etwa vierzig Leuten im Bus kamen noch ein paar, die mit dem Auto da waren. Nach der Ankunft wurden als erstes die Banner platziert. Und dann war Aufwärmen angesagt. Das war auch nötig, denn nach den schönen Tagen zuvor war es heute verglechsweise kühl.

 

Unser Anhang fand sich auf der Gegengerade ein, um das Spiel von dort zu verfolgen und die Choreo durchzuführen.

Unser Auftritt hatte heute auch noch einen anderen Zweck. Im vergangenen Jahr war eines unserer Mitglieder überraschend viel zu früh verstorben. Im letzten Jahr stand er noch mit hier auf dem Platz. Und an ihn sollte heute gedacht werden. Dazu hatte der Fanclub-Nachwuchs eine Choreo mit Bannern, Fahnen und, wie konnte es anders sein, mit etwas Pyrotechnik ersonnen. Außerdem trugen heute alle Leute der Borussenfestung extra angefertigte T-Shirts, die an den Verstorbenen erinnern sollten. "You never walk alone, H. R." Wie gewohnt hatten auch die Sauerländer eine Pyroshow zu bieten. Allen voran Huschke.

Das Spiel, ähäm, lief doch ziemlich an der Borussenfestung vorbei. Irgendwas hatten die Sauerländer heute genommen. Oder hatten sie etwas zu viel vom Pyro-Rauch abbekommen? Auf jeden Fall stand es schon nach dem ersten Spielabschnitt 4:0 für Sauerland-Powerland, ohne dass unsere Mannschaft unter Leitung von Spielertrainer Patty auch nur einmal gefährlich vor dem gegnerischen Tor aufgetaucht war. Zu dominant war der Auftritt der Sauerländer. Bestimmt hatten sie irgendwas in das Begrüßungsbier getan. Anders kann ich mir diesen Auftritt unserer Mannschaft nicht erklären. Naja, das Ergebnis ist ja auch zweitrangig. Die Hauptsache ist ja, man trifft gut gelaunte Leute.

Im weiteren Spielverlauf zeigte sich, dass hier heute überhaupt nichts zu holen war. Am Ende war es ein deutliches Ergebnis. Es lautete 4:1. Nach Abseitstoren. Das wirkliche Ergebnis war irgendwas mit zu vier. Spätestens, als es zweistellig wurde, habe ich aufgehört zu zählen. Zu erwähnen ist der souverän zum vierten Tor verwandelte Foulelfmeter von Patty sowie das erste Pflichtspieltor von Osram. Ansonsten fehlte unserem Angriff heute die Durchschlagskraft und der Abwehr die Stabilität.

Nach dem Abpfiff waren unsere Jungs ziemlich abgekämpft. Aber Spaß hatte es trotzdem gemacht. Und die Sauerländer hatten endlich mal wieder was zu feiern. Eine weitere Niederlage hätten sie bestimmt nicht verkraftet. Mannschaft und Anhang der Borussenfestung trug die Niederlage sehr gelassen.

 

Im Vereinsheim ging es im Anschluss natürlich weiter. Die richtige Mischung der Leute machte aus dem fußballerisch gebrauchten Abend noch eine geile Fete. Huschke hatte mal wieder den leckeren "Eisenbahner" dabei. Die Sauerländer bekamen den Derby-Pokal zurück, der zwei Jahre in unserem Besitz war. Die Borussenfestung erhielt als Trostpreis eine Raute aus Blech, die Fossi entgegen nahm. Und ein weiterer Höhepunkt war die Kuttentaufe von Sanne von den Spreeborussen und Tillemann, die diesmal besonders feucht ausfiel.

 

 

Viel zu schnell verging die Zeit. Um kurz nach eins in der Nacht stand unser Bus wieder vor der Tür, um uns nach Hause zu bringen. Schnell wurde noch ein letztes und ein allerletztes Bier geschlürft, bis endlich wieder alle an Bord waren. Es war mal wieder schön im Sauerland. Von dem Fußballspiel mal abgesehen. Und leider musste man feststellen, daß immer weniger Leute den Weg zu dieser geilen Veranstaltung finden. Die Schar der Feierwütigen war doch sehr überschaubar. Diejenigen, die da waren, erlebten einen geilen Abend.