Boykott des Derbys in öllN

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Die aktive Fanszene von Borussia Mönchengladbach ruft zum Boykott des Derbys in öllN auf. Nach intensiven Diskussionen innerhalb des Vorstandes schließt sich die Borussenfestung Siegerland dem Boykott an.

Der Vorstand unterstützt den Boykottaufruf einstimmig!

Wir weden keine Karten zum Spiel in öllN an die Besteller rausgeben.

Zu einer Alternativ-Veranstaltung behält sich der Fanclub vor, eine Fahrt dorthin zu organisieren.

 

Der Boykottaufruf im Wortlaut: 

Wie gewohnt zieht das Derby Wochen vorher seine Kreise. Die Maßnahmen um personalisierte Tickets und absolut überzogene Sicherheitsauflagen schlagen hohe Wellen. Zwar stellte sich Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers am Montagabend den Fragen der aktiven Fanszene, konnte die Repressionen allerdings nicht schön reden.

Daher hat die aktive Fanszene Mönchengladbach im Anschluss an die Fanhaus-Diskussion beschlossen, das Spiel in Köln zu boykottieren – und eine kreative Alternative zum Besuch des Derbys anzubieten!

Dieser Schritt schmerzt zwar, ist in unseren Augen jedoch unumgänglich. Zunächst einmal sollte klar sein, dass sich unsere Maßnahme absolut nicht gegen die Mannschaft oder unseren Verein richtet. Der Derbysieg ist für uns das Größte. Daher soll unser Boykott auch mehr beinhalten als das bloße Fernbleiben am Spieltag. Wir werden der Mannschaft und dem Verein unsere Entscheidung erklären und unserer Unterstützung auf andere Weise Ausdruck verleihen – Ehrensache! Dennoch nützt uns auch ein weiterer Derbysieg nur wenig, wenn wir künftige Triumphe nicht unter den Umständen feiern können, die wir so lieben. Selbst das Derby ist nicht größer als unsere Fankultur!

Wir glauben, dass die Fankultur an einem Scheideweg steht. Auf der einen Seite wird sie immer kreativer, bunter und vielfältiger – und wird dafür von Medien, Verbänden und Vereinen zu Recht gelobt. Auf der anderen Seite versuchen aber die Politik, der DFB oder die DFL die Fankultur immer stärker zu reglementieren. Politiker versuchen sich auf Kosten der Fußballfans zu profilieren und üben Macht auf Vereine und Verbände aus. Leider wird diesem Druck zu häufig nachgegeben.

Wir meinen, dass mit der Fanszene Mönchengladbach beim Derby am 19.09. eine unschuldige Fanszene kollektiv bestraft wird – und zwar auf dreifache Art:

  1. Reduziertes Gästekontingent auf 3.300 Tickets.
  2. Die Plätze, die durch diese Reduzierung des Karten-Kontingentes frei bleiben, werden keineswegs nicht verkauft, sondern an Kölner Fans weitergegeben. De facto ist die Maßnahme also nicht nur eine Bestrafung für uns, sondern auch eine „Belohnung“ für den Heim-Verein.
  3. Das reduzierte Gästekontingent wird personalisiert herausgegeben. Borussiafans werden zu „Bewerbern“ auf Karten degradiert. Die von den Fans herausgegebenen Daten werden zwar nicht vom Verein weitergegeben, können aber jederzeit von der Polizei angefordert werden.

In unseren Augen kann es nicht sein, dass wir uns für Fußballspiele Wochen vorher in Listen eintragen müssen. Dass wir beim Betreten des Stadions wie am Flughafen gecheckt werden. Und dass eine Fanszene bestraft wird, die beim letzten Derby besonnen reagierte und auf die Provokationen der Gegenseite nicht einging. Und vor allem kann es nicht sein, dass wir die Kröte nun einfach schlucken und uns jeder weiteren Stufe der Repression beugen!

Wollen wir den Fußball und seine Fankultur weiter so leben können, wie wir sie lieben, müssen wir ein Bewusstsein für unsere Interessen schaffen. Dass wir als aktive Fanszene bereit sind, ausgerechnet auf den Stadionbesuch beim Derby zu verzichten, zeigt wie ernst die Lage ist. Es zeigt aber auch wie ernst es uns ist.

Wir wollen gemeinsam ein Zeichen setzen. Gegen Kollektivstrafen und steigende Repressionen gegenüber den aktiven Fans. Für den Fußball und für eine aktive, selbstbestimmte und freie Fankultur. Daher wird das Spiel bei unserem Erzfeind in diesem Jahr ohne uns stattfinden!

Boykott

Wir rufen alle Borussen dazu auf ihre Karten in Anspruch zu nehmen und am Spieltag verfallen zu lassen. Das Ziel muss sein, dass der Gästeblock in Köln leer bleibt. Nur das ist ein für alle Beteiligten sichtbares und beeindruckendes Zeichen, dass die Fanszene Mönchengladbach nicht jede irrsinnige Bestrafung ohne zu murren akzeptiert. Also: Kauft Karten und fahrt nicht nach Köln!

Alternativ-Veranstaltung

Unter dem Motto „Heimspiel gegen Köln“ arbeiten wir mit Hochdruck an einer kreativen und intelligenten Alternativ-Veranstaltung. Ziel ist es, das Auswärtsderby in Heimspielatmosphäre zu erleben und Eindrücke hiervon natürlich auch der Mannschaft zu übermitteln – alles fernab von Personalisierungen und Repression! Wir gehen davon aus, dass das „Heimspiel gegen Köln“ hohe Beachtung finden wird.

Die Planungen dazu laufen bereits auf Hochtouren und werden veröffentlicht, sobald es erste konkrete Ergebnisse gibt. Im Rahmen dieses Tages wird unsere Fanszene mit all‘ ihren Möglichkeiten einen kreativen Protest veranstalten um der eindeutigen Meinung über die Einschränkungen Ausdruck zu verleihen.

Die aktiven Fans, Fanclubs und Gruppen der Fanszene Mönchengladbach rufen daher dazu auf das Derby zu boykottieren und darüber hinaus den Tag alternativ zu verbringen!

Wenn auch ihr mit eurem Fanclub am Boykott teilnehmen, ein Zeichen gegen Repression setzen und diesen Aufruf unterstützen wollt, dann schreibt eine Mail an info@heimspielgegenkoeln.de. Wir tragen euch dann in die Unterstützerliste ein! Wir weisen außerdem auf die dazugehörige Facebook-Veranstaltung hin.